Treffen der Amicale 01 – 4. – 6.7.2025

von unserem Mitglied Matthias Kremer
Text und Bilder – alle Rechte beim Autor

Meine Frau und ich waren auf dem diesjährigen Clubtreffen vom 4.- 6. Juli in Nordfrankreich in Landrecies, etwa 80 km südöstlich von Lille im Departement Nord. Die Jahrestreffen der französischen “Amicale 01” finden abwechselnd in Nord-, Süd-, Ost- und Westfrankreich statt.

Wie die letzten Jahre auch, sind wir auf eigener Achse mit dem 201 zum Treffen gefahren. Durch die Niederlande und über Genk in Belgien waren das etwa 450 km einfache Strecke. Insgesamt haben wir mit dem 201 diesmal 1400 km incl. gemeinsamen und privaten Fahrten zurückgelegt. Die Fahrt über die Ardennen haben wir nach der mühseligen Erfahrung im letzten Jahr allerdings vermieden. Das ist für 23 PS bei 2 Personen und Gepäck/Werkzeug/Ölkanister und diversen (doch nicht benötigen) Ersatzteilen dann doch zu viel. Im Flachland schafft man etwa 400 km in 11 Stunden incl. kurzen Pausen, da ist für entspannteres Reisen eine Übernachtung ratsam. Das ist halt echtes Reisen wie damals.

Am Treffpunkt in Landrecies, einer vom Club angemieteten Hotel/Tagungsstätte mit Platz für alle, fanden sich am Freitag nach und nach die Teilnehmer ein. Die meisten waren Franzosen und Belgier, ein Paar aus Tschechien und wir aus Deutschland. Insgesamt waren es 79 Teilnehmer mit 32 Fahrzeugen. Darunter ein paar 02er, 2 Rosengart und ein Citroen. Es wurde viel geredet und gegessen, aber wie es für Oldtimer-Treffen obligatorisch ist, gab es auch gemeinsame Ausfahrten in Kolonne. Auf dem Programm stand ein Besuch einer Alpaka -Farm, wo uns vieles von der Zucht und Verwendung der Tiere für therapeutische Zwecke und natürlich deren Wolle erzählt wurde. Ebenso stand der Besuch einer kleinen Käserei in Maroilles auf dem Programm.

Das Highlight – wenn auch bei regnerischem Wetter – war der Besuch der Familistere in Guise, wo noch immer Godin-Öfen hergestellt werden. Es ist eine wahr gewordene Utopie einer Wohnanlage für Arbeiter der Ofenfabrik und deren Familien mit allen Annehmlichkeiten wie geräumigen Wohnungen mit Heizungen, Schulen, Gemeinschaftsräumen wie Theater, Bad- und Waschhaus… Näheres zu diesem frühen sozialen Wohnprojekt findet man bei Interesse hier.

Es war ein geselliges und gelungenes Jahrestreffen, und – wie im Nachhinein betont wurde – sogar ein pannenfreies. Und überall sind die alten Fahrzeuge freudig bestaunt und bewunken worden.

Da es eine historisch interessante Gegend ist, haben wir zum Abschluss privat noch einige Museen und Schlachtfelder des ersten Weltkrieges besucht wie Thiepval, Péronne und Beaumont-Hamel. Sehr beeindruckend und beängstigend lässt es uns hoffen, dass diese Zeiten endgültig der Vergangenheit angehören.