
Nachdem das Treffen 2023 wegen eines fehlenden Ausrichters ausfallen mußt und 2024 von L’Aventure Peugeot zusammen mit der Avignon Motor Show im November angesetzt war, freute ich mich um so mehr, als im Februar 2025 eine Einladung der Association Peugeot Hollande bei mir einging. Nach der letzten Ausgabe im niederländischen Oosterbeek im Jahr 2016 fand das IAPM anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des niederländischen Clubs im nordholländischen Poldergebiet statt.

Am 17. Juni wurde der Trailer angehängt und es ging zunächst nach Stuttgart, wo der 402 nach einem Werkstattaufenthalt auf uns wartete. Nachdem er aufgeladen war, nahmen meine Frau Claudine und ich die erste Etappe in Angriff, da ich keine Lust hatte, etwa 870 km mit Trailer in einem Stück zu fahren. Als Etappenziel hatte ich Lahnstein angesetzt, wo wir in dem Hotel, in dem das IAPM 2012 durchgeführt worden war, eincheckten. Leider stellte sich heraus, dass das Stützrad am geliehenen Hänger defekt war, so dass dieser nicht abgehängt werden konnte. Also 402 abladen und zum nächsten Wohnwagenhändler, wo wir glücklicherweise ein passendes Teil bekamen. Zurück beim Hotel war der komplette Parkplatz durch Busse und Gäste eines in der Nachbarschaft liegenden Gartenrestaurants so belegt, dass ich das etwa 12 Meter lange Gespann nicht abstellen konnte. Beim Rangieren streifte ich dann auch noch einen geparkten Wagen – die Abwicklung mit Fotos, Versicherungskartentausch etc. dauerte so lange, dass wir den geplanten Abstecher in die Koblenzer Innenstadt streichen mußten.
Am nächsten Morgen war die Situation wieder entspannter und ich konnte den 402 problemlos aufladen. Über die Eifel ging es an Köln vorbei nach Holland, wo mit Nijmwegen das nächste Etappenziel wartete. Außer einen nicht funktionierende Hotelaufzug gab es keine Probleme und wir konnten einen schönen Abend in der hübschen Stadt verbringen. Von hier aus ging es am nächsten Morgen die letzten etwa 150 km nach Marknesse. Als wir kurz nach Mittag ankamen, war der Parkplatz des außerhalb in einem Naturschutzgebiet liegenden Hotel noch fast leer und unser Zimmer schnell bezogen.
Während ich mich um den 402 kümmerte, trafen langsam weitere Teilnehmer ein, die ebenfalls einen Tag vor Veranstaltungsbeginn anreisten. U.a. aus dem Vorkriegs-Register das Hamburger Ehepaar Marianovich, einige österreichische Peugeotfreunde und unsere englischen Freunde Angela und John Heppner.



Am Freitag Vormittag füllte sich der Platz vor dem komplett angemieteten Fletcher-Hotel. Die 137 angemeldeten Teams – mit etwa der doppelten Personenzahl und auch einigen ganz besonderen Löwen – liefen nach und nach ein. Der Parkplatz war mit einer riesigen Vielfalt an Peugeot-Modellen gefüllt. Die Zeitspanne reichte von Mitte de 1920er-Jahre bis weit ins 21. Jahrhundert. Auffällig war, dass die Peugeot 203-Reihe besonders gut vertreten war. Wo sonst sieht man mehrere 203 – Cabrio und Coupés zusammen? Die Vorkriegsmodelle reichten vom Typ 175 aus dem Jahr 1924 über 201, 301 und 601 sowie zwei 402er aus den 1930ern bis hin zum 202 aus den späten 1940er Jahren




Die Peugeot-Tradition macht das IAPMzu einem unvergesslichen Erlebnis, aber erst die Menschen machen es lebendig. Teilnehmer aus Österreich, der Schweiz, Deutschland, Luxemburg, viele Franzosen, einige Engländer sowie die stets freundliche Delegation des Peugeot Clubs Belgien sorgten vom Frühstück bis in den späten Abend für ein sehr harmonisches und geselliges Beisammensein. Schönes Wetter erlaubte es uns, einen Großteil dieser Zeit auf der großzügigen Hotelterrasse direkt am Waldrand zu verbringen.

Das Samstags-Programm mit abwechslungsreichen Routen sorgte dafür, dass alle Teilnehmer die schönen Straßen und Ortschaften genossen. Die weitgehend flache Polderlandschaft kam dem Fahren mit dem Vorkriegswagen sehr entgegen. Schokland, die Weerribben und das charmante Städtchen Giethoorn, wo eine Bootstour angeboten wurde, wurden erkundet. Das umfassende internationale Routenbuch lieferte zahlreiche Informationen hierzu.





Am Sonntag führte die Route zum Piebe Haaima Museum im friesischen Wirdum. Haaima war viele Jahre lang Simca-, Talbot- und Peugeot-Händler, und seine Liebe zu der Marke mit dem Löwen auf dem Vordeck führte zur Schaffung einer fantastischen historischen Galerie. Die vielfältige und wunderschöne Sammlung mit zahlreichen Sonderexemplaren sowie die stimmungsvolle Einrichtung wurden hoch gelobt


Das Mittagessen dort war zugleich eine Zeit des Abschieds und für viele Beginn der Heimreise. Wir fuhren zurück nach Marknesse, wo wir noch eine Nacht verbrachten. Am Montag Morgen ging es dann zurück. Da mein Clubfreund, von dem ich den Trailer geliehen hatte, am Dienstag mit einem Oldtimer zum Bergrennen nach Österreich wollte, gab es eine 500 km-Etappe bis nach Alzey. Am Dienstag früh dann weiter, so dass der Hänger wie vereinbart um 15 Uhr wieder beim Besitzer auf dem Hof stand.
Der gemeinsame Nenner, der alles verband, war die Liebe zur Marke Peugeot und ihrer reichen Geschichte. Wir trafen langjährige Freunde und Bekannte wieder, neue Freundschaften wurden geschlossen, Geschichten und Wissen ausgetauscht. Dies macht die Atmosphäre bei den IAPM-Treffen beispiellos und unvergleichlich.

Die hervorragende Organisation und die hohe Qualität der Veranstaltung möchte ich besonders hervorheben. Und genau das ist es, was die ehrenamtlichen Helfer und Organisatoren der APH angestrebt und erreicht haben. Auf die nächste Ausgabe des IAPM freut sich die große internationale Peugeot-Community schon. Termin und Austragungsort werden baldmöglichst bekanntgegeben.
Was gab es sonst noch Besonderes? Auch dieses Mal war Thierry Peugeot, genau wie 2016 in Osterbeek und 2024 in Bad Mergentheim mit seinem wunderschönen dunkelgrünen 203 Cabrio vor Ort und genoss sichtlich die Umgebung, die Gesellschaft und die wunderschöne und abwechslungsreiche niederländische Landschaft.

