Sete

Die Hafenstadt, die bis 1928 Cette hieß, ist mit etwa 45.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt im Département Hérault. Sie liegt 32 km südwestlich von Montpellier auf einer schmalen Landzunge zwischen dem Mittelmeer und der 18 km langen Lagune Étang de Thau und ist praktisch von allen Seiten von Wasser umgeben. Daher wird sie auch als „Klein-Venedig des Languedoc“ bezeichnet. Das Zentrum der Stadt ist der Canal Royal (Königskanal), an dem viele Souvenirläden und Restaurants liegen.

Sète hat zwölf Brücken, darunter drei Klapp- und zwei Drehbrücken. Das Quartier „Haut“, das sich am Stadthügel entlangzieht, hat bis heute seinen malerischen Charme behalten. Der 183 Meter hohe Stadthügel Mont Saint-Clair am südlichen Stadtrand, ein Kalksteinfelsen, bietet vom Gipfel aus in alle Himmelsrichtungen Panoramaaussichten über die Gewässer. In der Umgebung befinden sich auf 15 km Länge verschiedene Sandstrände, die im Sommer von Einheimischen und Touristen zum Baden genutzt werden.

1839 bekam die Stadt durch die Eröffnung der Eisenbahnlinie Montpellier–Cette Anschluss an das Eisenbahnnetz, in den 1850er Jahren siedelten sich dort Fischer aus der Gegend von Neapel auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen an. 1901 erhielt die Stadt im Zuge der Stadtmodernisierung eine elektrische Straßenbahn, die 1933 stillgelegt wurde.

Am 9.7.1947 lief der unter honduranischer Flagge fahrende, ursprünglich amerikanische Flußdampfer „President Warfield“ unter den Augen der Weltöffentlichkeit und britischer Kriegsschiffe mit über 4.500 jüdischen Flüchtlingen aus dem Hafen von Sète in Richtung Palästina aus. Das Schiff sollte am 17. Juni den neuen Namen „Exodus“ erhalten und die spätere Flagge Israels mit dem Davidstern hissen. Am 19. Juli wurde es gewaltsam von britischen Soldaten geentert und in den Hafen von Haifa gebracht. Die jüdischen Passagiere wurden zunächst zurück nach Frankreich, dann Anfang September 1947 nach Hamburg gebracht und in Lübeck interniert. Die Weltöffentlichkeit empörte sich über die Behandlung der Holocaust-Überlebenden, was zur Aufgabe des britischen Mandats über Palästina Ende September 1947 mit beitrug. Im Anschluß daran schlugen sich viele der Passagiere der Exodus in den Staat Israel durch. Die Geschichte wurde von Leon Uris im Roman „Exodus“ verarbeitet und auch mit Paul Newman in der Hauptrolle verfilmt.

1950er. Auf der Corniche kommt uns hinter dem 4-CV ein Peugeot 202 Cabriolet entgegen
1950er. Auf der Corniche kommt uns hinter dem 4-CV ein Peugeot 202 Cabriolet entgegen
Der Hafen in der 2. Hälfte der 1950er. Recht der dritte Wagen ist ein Peugeot 302.
Der Hafen in der 2. Hälfte der 1950er. Recht der dritte Wagen ist ein Peugeot 302.
1961. Auf der rechten Seite des Canal Royal steht ein Peugeot 202
1961. Auf der rechten Seite des Canal Royal steht ein Peugeot 202