SK4, MK4, MKN, MK5, DK5, D5G – Transporter auf Basis des Peugeot 402

Im Oktober 1935 wurde auf dem Salon in Paris die brandneue Peugeot-Limousine des Typ 402 vorgestellt. Schon ab Oktober 1935 war ein 402 “Commercial” – also ein Kombi mit Heckklappe – im Angebot, der technisch der Limousine entsprach, aber offiziell dem Nutzfahrzeugsegment zugerechnet wurde.

402 Commercial mit geteilter Heckklappe
402 Commercial mit geteilter Heckklappe

Bereits im Jahr 1936 erschienen “echte” Nutzfahrzeuge mit einer Nutzlast von 0,8 bis 2,0 Tonnen, die sich optisch an den 402 anlehnten. Technisch wurden reguläre 402 bzw. 402 B-Motoren eingesetzt, deren Leistung jedoch erheblich reduziert wurde.

Dies waren die Typen SK4, MK4, MKN, MK5, D5G sowie SK 4.

Ein Unterschied ist von außen für den Laien nur schwer zu erkennen, insbesondere, da sie in den unterschiedlichsten Karosserievarianten angeboten wurden. Tlw. gingen die Fahrzeuge auch als rollendes Chassis an Karosseriebaufirmen, die sie dann komplett nach den Bedürfnissen der Besteller einkleideten. Die “D” – Modelle sind jedoch prinzipiell mit Doppelbereifung an der Hinterachse ausgestattet..

Peugeot MK4

Ansonsten unterscheiden sie sich vorwiegend durch unterschiedliche Motoren.

SK4 (Bauzeit 2/1937 – 11/1938): Motor TH (1.991 ccm Hubraum, 55 PS)
Steuerliche Einstufung 11 CV
2,25 Tonnen Gesamtgewicht, Nutzlast 800 Kilo
V/Max 70 km/h
Karosserieformen ab Werk:
Chassis mit Kabine 3 Plätze
Boulangerie 3 Plätze
Fourgon 3 Plätze

MK4 (Bauzeit 3/1936 – 3/1938): Motor THU (1.991 ccm Hubraum, 39 PS)
Steuerliche Einstufung 11 CV
3,0 Tonnen Gesamtgewicht, Nutzlast 1.200 – 1.900 Kilo
V/Max 75 km/h
Optisch entspricht der Wagen bis Ende 1936 noch der Baureihe 01, ab 1937 bekommt er die Kabine des 402.
Karosserieformen ab Werk:
1936: Chassis mit Kabine 2 Plätze
Boulangerie 2 Plätze
Fourgon 2 Plätze
1937: Chassis mit Kabine 2 Plätze
Diesen Wagen gab es als “MK4J” auch mit “Roues Jummelees” = Zwillingsreifen hinten

Werbung für den 1936er MK 4 mit Karosserie der Serie 01, aber dem 402-Motor
Werbung für den 1936er MK 4 mit Karosserie der Serie 01, aber dem 402-Motor

MKN (Bauzeit 2 – 7/1938): Motor THU (1.991 ccm Hubraum, 39 PS)
Steuerliche Einstufung 11 CV
2,85 Tonnen Gesamtgewicht, Nutzlast 1.500 Kilo
V/Max 75 km/h
Optisch entspricht dieser Wagen der Baureihe 02
Karosserieformen ab Werk:
Chassis mit Kabine 3 Plätze
Boulangerie 3 Plätze
Fourgon 3 Plätze
Diesen Wagen gab es als “MKNJ” auch mit “Roues Jummelees” = Zwillingsreifen hinten

Peugeot MK5

MK5 (Bauzeit 8/1938 – 8/1939): Motor THU2 (2,2 Liter, 45 PS)
Steuerliche Einstufung 12 CV
2,55 Tonnen Gesamtgewicht, Nutzlast 1.750 Kilo
V/Max 75 km/h
Karosserieformen ab Werk:
Chassis mit Kabine 3 Plätze
Boulangerie 3 Plätze
Fourgon 3 Plätze
Diesen Wagen gab es als “MK5J” auch mit “Roues Jummelees” = Zwillingsreifen hinten

Peugeot MK5 als Bibliotheksbus

DK5 (Bauzeit 9/1939 – 6/1941): Motor THU2 (2,2 Liter, 45 PS) – jeweils 3,5 T
Steuerliche Einstufung 12 CV
3,175 Tonnen Gesamtgewicht, Nutzlast 2.000 Kilo
V/Max 75 km/h
prinzipiell Zwillingsbereifung auf der Hinterachse
Karosserieformen ab Werk:
Chassis mit Kabine 3 Plätze
Camionette basse baches 3 Plätze – Militär
Camionette basse baches 3 Plätze – Civil
Fourgon tole 3 Plätze – Civil
Fourgon tole 3 Plätze – Militär – ohne Fenster im Aufbau
Fourgon tole 3 Plätze – Militär – mit Fenstern im Aufbau
Ambulance

Der DK5 wurde unter deutscher Besatzung durch die Organisation Todt bis Mitte 1941 weitergebaut. In dieser Zeit wurde die Produktion auf deutsche Militärnormen umgestellt, sodass – wie bei den entsprechenden 402-Limousinen – bei heutigen Restaurationen Problem auftreten, da viele Teile der zivilen Produktion nicht passen. Die LKW gingen zu nahezu 100 % an die Waffen-SS und wurden dort für den Rußlandfeldzug genutzt. Die etwa 10.000 gefertigten Einheiten sind bis vor einigen Jahren in den offiziellen Produktionzahlen des Peugeotwerkes nicht mitgezählt worden.
Mitte 1941 wurde die Produktion von 402 Limousinen und DK5 eingestellt und statt dessen bis 1944 fast ausschliesslich DMA-3,5-Tonner gebaut.

D5G (Bauzeit 8/1940 – 11/1941): Motor TH2G (2,2 Liter Holzvergaser mit Leichtmetallkopf – 34 PS/4
Steuerliche Einstufung 9 CV
3,2 Tonnen Gesamtgewicht, Nutzlast 1.800 Kilo
V/Max 75 km/h
Zwillingsbereifung auf de Hinterachse
Karosserieformen ab Werk:
Chassis mit Kabine 3 Plätze
Camionette surelevee (erhöhte Ladefläche)

Alle diese Wagen konnten auch als Zugfahrzeuge eingesetzt werden, die maximale Zuglast lag bei 1.200 Kilo.

Zusätzlich gab es noch eine Diesel-Baureihe mit der Bezeichnung MKH bzw. HMK, die den Motor HL 50 (schweizerisches Patent “Oberhaensli“) bekommen hatte und von 1936 – 1938 gebaut wurde.

Der Motor leistete 55 PS aus 2,3 Liter Hubraum, nach steuerlich wurden die Diesel als 9 CV eingestuft.

Der Diesel-LKW MKH entsprach ansonsten dem MK4, der HMK dem MKN.

Außerdem wurde unter der Bezeichnung MKHL ein Langchassis für Busse mit bis zu 18 Sitzplätzen gefertigt. Dieser Wagen wurde exclusiv für den Transport von Mitarbeitenden innerhalb der Peugeot-Werke engesetzt und nur in sehr geringen Stückzahlen gebaut.

DK 5 Ambulance des Croix Rouge
DK 5 Ambulance des Croix Rouge
DK 5 als "Pompier"
DK 5 als “Pompier”