Oldtimer elektrifizieren – Stellungnahme der FIVA

Im Zuge der Klimadiskussion bieten kommerzielle Anbieter neuerdings öfter an, die Antriebseinheit älterer Autos durch elektrische Komponenten zu ersetzen. Damit entsteht ein Fahrzeug ohne Emissionen im Betrieb und mit marginaler Geräuschentwicklung, das ggf. auch in Umweltzonen betrieben werden kann. Viele Anbieter behaupten sogar, dass ein Rückbau problemlos möglich sei und dass der Eingriff ohne Folgen auf die Substanz des Automobils sei. In einigen Fällen behalten die elektrifizierten Autos ihre Fahrgestellnummer und oft auch ihre Zulassung im Sinne eines historischen Fahrzeugs.

Aber ist ein elektrifizierter Klassiker noch ein schützenswerter Oldtimer?

Zu dieser Frage hat die FIVA (Federation Internationale Vehicules Ancien) nun eindeutig Stellung bezogen:

Obwohl die FIVA die Motivation der Fahrzeugbesitzer versteht und anerkennt, dass jeglicher Eingriff in ein altes Auto einem Besitzer freigestellt ist, will sie die Elektrifizierung nicht unterstützen und fördern.

Aus Sicht der FIVA führt der Ersatz der altersentsprechenden Verbrennungsmotoren durch elektrische Komponenten (Motor, Batterien) zu einer Zerstörung von Originalsubstanz. Damit sind die Autos keine historischen Fahrzeuge mehr. Das gilt lediglich dann nicht, wenn die Modifikation bereits vor 30 oder mehr Jahren vorgenommen wurde.

Tiddo Bresters, der Vizepräsident “Legislation” der FIVA, macht es deutlich: “Es ist unserer Meinung nach nicht alleine die Karosserieform, die ein Auto (oder Motorrad) historisch wertvoll machen, sondern die gesamte Konstruktion und Machart des Fahrzeugs in seiner originalen Ausführung und Form”.

Für die FIVA ist außerdem wichtig, dass jegliche Eingriffe bei den Elektrifizierungen so ausgeführt werden, dass sie rückgängig gemacht werden können.

Zum originalen Text der FIVA-Setllungnahme geht es hier