
Die „Klassikwelt Bodensee“ auf dem Messegelände in Friedrichshafen ist einer der jährlichen Höhepunkte für die Oldtimerszene in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz mit internationalem Publikum. Dieses Jahr stellten mehr als 800 Aussteller in 11 Hallen auf gut 85.000 m² aus. Mit deutlich über 40.000 Besuchern wurde der aus dem letzten Jahr um rund 5 % übertroffen.
Die Veranstaltung zelebriert die klassische Mobilität zu Land, zu Wasser und in der Luft und ist mit ihrem einmaligen Mix drei Tage lang das Zentrum für historische Mobilität. Neben der Messe mit zahlreichen Sonderschauen in 11 Hallen werden Demo-Rennen auf einem 1,6 km langen Rundkurs, eine Airshow mit geschichtsträchtigen Flugzeugen und diverse Lifestyle-Events geboten. Zu meinen Messe-Highlights gehören hier immer die Fahrten der Vorkriegswagen; hierunter fällt auch die American-La-France-Fraktion, die mit etwa 20 der hubraumstarken, zu Rennwagen umgebauten ehemaligen Feuerwehrwagen vor Ort war.




Eine Besonderheit der Klassikwelt Bodensee ist zudem die kostenlose ADAC Oldtimer Parkarena, die einen regelrechten Kultstatus besitzt. Ein weiterer Höhepunkt war der am Freitag Abend erstmals durchgeführte „Sunset am See“ in der Friedrichshafener Innenstadt. Über 125 Oldtimer rollten vom Messegelände zur Uferpromenade, wo sie bis in die Abendstunden bei Volksfest-Stimmung bestaunt werden konnten. Historische Dampfboote, eine Nostalgie-Airshow und Dixie-Musik rundeten das Programm, welches gemeinsam von der Messe und der Stadtmarketing Friedrichshafen entwickelt wurde, perfekt ab.
Allein drei der Messehallen waren für Clubs reserviert, für die die Messe sehr kostengünstig Flächen zur Verfügung stellt. Über 100 Vereine, Interessengemeinschaften und sonstige Institutionen, die das mobile Kulturgut bewahren und wesentlicher Teil der Szene sind, präsentierten sich. Hier gab es wirklich für jeden Geschmack etwas – Vor- und Nachkriegsautos, Motorräder, Traktoren, Lastwagen, Busse, alles konnte bestaunt werden.


Nach dem Zerwüfnis mit der neuen Leitung der RetroClassics in Stuttgart aufgrund der ungerechtfertigten extremen Kostensteigerungen für 2025 stellten wir erstmals in Friedrichshafen aus. Wir bekamen einen Wandstand mit 22 Meter Länge und 5 Meter Breite in der Halle A4, auf dem unser neues Zelt, drei Peugeot 402 und unsere traditionelle Bewirtung Platz finden mußten. Neben den schon gegenüber 2024 deutlich niedrigeren Kosten ist sehr positiv zu vermerken ist, das die Bürokratie hier deutlich geringer ist als in Stuttgart.

Ganz herzlich möchte ich mich wiederum bei Peugeot Deutschland, Frau Ripplinger, bedanken. Ohne die von dort erhaltenen finanzielle Unterstützung könnten wir den Messeauftritt nicht stemmen – und dieses Jahr kam noch die Leihgabe des 402 Eclipse on top dazu…

Schon Tage vor der Abfahrt hatte ich Material geordnet und zurecht gelegt. Der Hänger wurde geladen und los gings. Als wir gegen 14.30 Uhr in der Halle ankamen, teilte uns der Standnachbar mit, dass bei ihm ein Auto ausgefallen sei. Wenn wir das benötigen würden, könnten wir gerne einige Meter von seinem Stand nutzen. Gesagt getan – unser 4 x 5 Meter-Zelt wurde zum großen Teil auf dem geschenkten Bereich aufgebaut.
Während des Aufbaus stieß Martin Schlichte zu uns und half tatkräftig mit, während sich meine Frau um die Einrichtung des Zeltes und des Bewirtungsbereichs kümmert. Etwa um 19 Uhr stand das Wesentliche, so dass am nächsten Vormittag weitgehend Dekorationsarbeiten anstanden. Ab 14 Uhr liefen unsere Exponate ein: Als erstes das Worblaufen-Cabrio mit Christoph Landolt und Christian Buchli, dann der Eclipse E4Y von Peugeot Deutschland und abschließend die Limousine von Thomas Hess, der die etwa 150 km aus der Schweiz auf Achse zurückgelegt hatte. Nachdem die Autos wie zuvor geplant aufgestellt waren, sah der Stand beeindruckend aus und einige Nachbarn beglückwünschten uns schon zur Präsentation.


Die diesjährigen Themen des Standes waren einerseits „90 Jahre Peugeot 402“, andererseits unser 25-jähriges Club-Jubiläum. Der Stand fand an allen 3 Tagen großes Interesse der Besucher, insbesondere der Eclipse hatte es ihnen angetan. Öfters hörte ich den Satz „…so ein Auto habe ich noch nie gesehen“. Sogar der vielbeschäftigte Projektleiter Robert Bosch nahm sich die Zeit, unseren Stand zu besuchen.


Erfreulich war, dass viele Registermitglieder – insbesondere aus der Schweiz und Österreich – uns auf dem Stand besuchten und häufig auch einige Zeit bei Bewirtung und Gesprächen verweilten. Die mit Abstand weiteste Anreise hatte Herr Imminck aus Bad Doberan, der auf der Durchreise nach Italien extra einen Aufenthalt in Friedrichshafen eingeplant hatte.
Sehr gefreut hat mich auch, dass am Samstag unser Freund Daniel Almang mit Ehefrau Simone aus Lothringen anreiste, um mit uns das Clubjubiläum zu feiern. Er überraschte uns sehr, als er unser Ehrenmitglied Erich Reck mitbrachte, der im Frühjahr seinen 90. Geburtstag gefeiert hatte. So konnten wir in größerer Runde das 25. Jubiläum des Registers mit einigen Flaschen Cremant feiern.

Am Sonntag ging die Klassikwelt Bodensee erfolgreich zu Ende. Hier wird nicht nur historische Mobilität gezeigt, sie wird erlebbar gemacht. Das war sowohl auf dem Messegelände als auch in der Innenstadt deutlich spürbar. Die Klassikwelt Bodensee bietet sehr viel Abwechslung. Vor allem sind hier viele Fahrzeuge in Aktion – das gibt es bei anderen Messen nicht.
Der Termin der Messe im Jahr 2026 liegt 4 Wochen später – sie läuft vom 12. – 14.6. Für uns steht jetzt schon fest, dass wir wieder mit dabei sind.

