Peugeot P 109 und P 111 – Peugeot Motorräder der späten 1920er Jahre

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Mitte der 1920er Jahre gehörte Peugeot nicht mehr zu den Top-Motorrad-Marken Frankreichs. Die Modellpalette war in die Jahre gekommen und sehr begrenzt.

Es wurden nur 2 Motoren mit 175 cm³ bzw. 250 cm³ angeboten, während der wichtige Mitbewerber Terrot eine viel stärker diversifizierte Palette von Maschinen im Programm hatte – einschließlich seitengesteuerter 250 und 350 cm³ 4-Taktern.

Im Jahr 1926 stellt sich die Peugeot-Gruppe neu auf. Es werden eigenständige Bereiche für Automobil, Motorrad, Werkzeug etc. gebildet. Gleichzeitig wechselte ein genialer Ingenieur vom belgischen Hersteller Gillet Herstal zu Peugeot: Maurice Kunel.

Peugeot P 109
Peugeot P 109
Peugeot P 109 S
Peugeot P 109 S

Er wurde Leiter der Peugeot-Motorrad-Fertigung und begann unverzüglich, wieder
4-Takt-Motoren zu produzieren. Im gleichen Jahr wurde das Blockmotorkonzept auf die Viertakter übertragen. Die damit ausgestatteten Maschinen begründeten die Typenreihe „P“, die bis in die 1950er Jahre fortgeführt werden sollte.

Auf die Modelle P 101, 102, 103 und 104 folgten ab 1927 das kopfgesteuerte Spitzenmodell P 105 mit 350 cm³ und ihre seitengesteuerten kleinen Schwestermodelle P 107, 108, 109 und 110. Daneben wurden weiterhin anspruchslose Zweitakter mit bis zu 175 cm³ gebaut. Das Modell P 50 mit 98-cm³-Motor durfte ohne Führerschein gefahren waren.

Peugeot P 111
Peugeot P 111

Das Blockmotor-Konzept wurde in kurzer Zeit sehr populär. 1930 hatte der Käufer bei Peugeot die Wahl zwischen folgenden Typen, wobei mit Ausnahme des sportlichen Modell P 105 alle seitengesteuert waren:

Peugeot konnte seinen Marktanteil mit der P-Serie deutlich ausbauen: 1927 wurden 9.947 Maschinen produziert, 1930 mit 18.602 Einheiten rund 85% mehr.

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Von 1929 – 1932 wurden Peugeot-Motorräder für den deutschen Markt in aus steuerlichen Gründen leicht abgeänderten Versionen in Stuttgart gebaut:

  • P 110 A – 200 cm³/5 PS – Handelsname “Deutschland”
  • P 111 – 346 cm³/10 PS – Handelsname “Stuttgart”
  • P 107 – 346 cm³/12 PS – Handelname “Nürnberg”
  • P 105 – 346 cm³/15 PS – Handelsname “Württemberg”

1933 stellte Peugeot eine neue Generation von Blockmotoren vor, die über Hubräume von 350 bis 500 cm³ und seiten- bzw. kopfgesteuerte Ventile verfügten. Mit dem Spitzenmodell P 515 waren Geschwindigkeiten bis 140 km/h möglich.

Ab 1934 wurde die P 107 von der P 112 ersetzte, die im Grunde eine auf 350 cm³ aufgebohrte P 111 war, die leicht überarbeitet wurde. Die P 107 wurde jedoch nicht ganz aus dem Programm genommen, sondern bis 1936 für die Armee weiter produziert

Peugeot P 111
Peugeot P 111

Alle hier gezeigten Motorräder stammen aus dem Besitz unserer Mitglieder, die Bildrechte liegen jeweils bei diesen.