100 Jahre Peugeot bei den 24 Stunden von Le Mans

1894 nahm PEUGEOT am allerersten Rennen der Motorsportgeschichte teil, bei dem es sich bereits um ein Langstreckenrennen handelte: Paris–Rouen. Im Jahr 1926 trat PEUGEOT zum ersten Mal bei den 24 Stunden von Le Mans an, die damals zum erst vierten Mal ausgetragen wurden.

100 Jahre später – im Juni 2026 – feiert Peugeot ein außergewöhnliches Jubiläum: hundert Jahre seit seiner ersten Teilnahme am berühmtesten Langstreckenrennen der Welt. Ein Jahrhundert voller Rennen, Technologie und Herausforderungen, die dazu beigetragen haben, den Mythos des Löwen im Motorsport zu begründen.

Alles begann im Juni 1926, als zwei Peugeot 174 S an den Start des „Grand Prix d’Endurance de 24 Heures“ gingen. Das von André Boillot und Louis Rigal gefahrene Fahrzeug lag zur Rennmitte sogar auf dem zweiten Platz, bevor es aus einem heute fast unglaublichen Grund ausfiel: dem Bruch einer Windschutzscheibenstrebe – ein Bauteil, das laut Reglement während des gesamten Rennens vollkommen intakt bleiben musste.

Typ 174 S im Jahr 1926 auf der Strecke von LeMans

Nach diesem unglücklichen Debüt kehrte Peugeot in den 1930er Jahren mit den Darl’Mat-Sportwagen nach Le Mans zurück. Alle drei im Jahr 1937 gestarteten Dar’lMat Special Roadster (auf der Basis des 302 mit einer auf 87 PS angehobenen Motorleistung bei einem Gewicht von rund 630 Kilo) kamen ohne Probleme an. Das von Charles de Constanze gesteuerte Fahrzeug erzielte den Sieg in der 2-Liter-Klasse mit einer Durchschnitts-geschwindigkeit von 139,282 km/h bei gemessenen Spitzenwerten von etwa 170 Kilometern.
Darüber hinaus kam der Wagen mit nur 1.990 ccm Hubraum auf einen bei der wesentlich stärker motorisierten Konkurrenz wie z.B. Bentley Blower um so beachtlicheren 5. Platz im Gesamtplacement.

Die drei Dar’Mat vor dem Start 1937 l
de Cortance und Content als Klassensieger im Ziel

Nach dem 2. Weltkrieg machte Peugeot das französische Langstreckenrennen im Laufe der Jahrzehnte zu einem technologischen Labor und einer idealen Bühne, um Zuverlässigkeit, Effizienz und Leistung unter Beweis zu stellen.

Ein spezielles Kapitel ist die Erlangung des heute aufgrund geänderten Reglements und eingebauter Schikanen nicht mehr zu übertreffenden Allzeit-Geschwindigkeitsrekords auf dem Kurs aus dem Jahr 1988. Das nach einem 3-stündigen Boxenstopp chancenlose Team um dem WM-Peugeot P 88 konzentrierte sich darauf und erreichte sagenhafte 405 km/H.
Hier finden Sie den Beitrag aus “Motortalk” dazu.

Der Durchbruch zu Gesamtsiegen gelang Anfang der 1990er Jahre mit dem legendären Peugeot 905. 1992 errang er den Gesamtsieg, während er 1993 einen historischen Dreifachsieg feierte und alle drei Podiumsplätze belegte: ein Ergebnis, das in die Geschichte des Langstreckenrennsports eingegangen ist.

Ein weiteres denkwürdiges Kapitel wurde 2009 mit dem Peugeot 908 HDi FAP geschrieben, der eine innovative Dieseltechnologie zum Erfolg führte und sich gegen eine starke Konkurrenz einen prestigeträchtigen Doppelsieg sicherte.

Insgesamt kann Peugeot auf 44 Teilnahmen in Le Mans zurückblicken – sowohl als offizieller Teilnehmer als auch als Motorenlieferant –, darunter ein Klassen- und drei Gesamtsiege, die verschiedene Epochen des Motorsports geprägt haben: 1937, 1992, 1993 und 2009.

Heute übernimmt der Peugeot 9X8 Hypercar das Ruder – als Symbol für die neue Ära der Marke in der FIA-Langstrecken-Weltmeisterschaft. Anlässlich des hundertjährigen Jubiläums trugen die Fahrzeuge ein Emblem, das der 100-jährigen Geschichte in Le Mans gewidmet war – eine ideale Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft. Hundert Jahre nach jenem Debüt im Jahr 1926 bedeutet die Verbindung zwischen Peugeot und dem Circuit de la Sarthe weiterhin weit mehr als nur eine sportliche Teilnahme: Sie ist ein Beweis dafür, wie der Wettbewerb zu einem Motor der Innovation, zu einer Ideenschmiede und zum Markenvermächtnis werden kann. Ein Jahrhundert später geht die Herausforderung weiter.

  • Le Mans in Zahlen
    * Erste Teilnahme: 1926
    * Gesamtteilnahmen: 44
    * Rekord: 1988 Allzeit-Geschwindigkeitsrekord 405 km/H
    durch den WM-Peugeot P 88
    * Klassensiege
    1937 – 2-Liter-Klasse mit Peugeot 302 Dar’lMat
    2007 + 2008 – LMP1-Klasse – Peugeot 908 HY
    * Gesamtsiege
    1992 + 1993 – Peugeot 905
    2009 – Peugeot 908 HDIfab
    * Aktuelles Hypercar: Peugeot 9X8

Bei der diesjährigen Ausgabe haben die Peugeot 9X8 trotz eines verpatzten Qualifiings (17 + 18. Platz) eines der härtesten und anspruchsvollsten Rennen im weltweiten Motorsport erfolgreich absolviert und dabei über die gesamte Distanz hinweg ihre Robustheit und Zuverlässigkeit unter Beweis gestellt. Das Auto mit der Startnummer 94, das von Loïc Duval, Théo Pourchaire und Malthe Jakobsen gesteuert wurde, belegte nach 377 Runden den 11. Platz, während das Auto mit der Startnummer 93 von Paul di Resta, Nick Cassidy und Stoffel Vandoorne auf dem 12. Platz ins Ziel kam und dabei über 5.100 Kilometer ohne technische Probleme zurücklegte. Ein Ergebnis, das vielleicht nicht ganz den Ambitionen entspricht, mit denen Peugeot das hundertjährige Jubiläum seiner Teilnahme am 24-Stunden-Rennen von Le Mans gefeiert hat, das jedoch einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg des Wachstums und der Weiterentwicklung des Hypercar-Programms darstellt und eine solide Grundlage für zukünftige Herausforderungen bestätigt.

Quellen: Peugeot Deutschland Presse + Club Storico Peugeot Italia