Peugeot 402 – Die Ölpumpe – Wartung und Montage

Autor: Michael Trykowski

Die Ölpumpe ist ein wichtiges Teil bei einem Motor, hängt doch seine Lebensdauer von einem vernünftigen Öldruck und Versorgung ab. Umso erstaunter war ich, im Werkstatthandbuch keinerlei Info über die Wartung zu finden.

Lediglich im Benutzerhandbuch finden sich folgende Hinweise:

“Kontrolle des Öldrucks
Der Öldruck im Motor schwankt oft nach der Viskosität des Öls, die wiederum von der Temperatur abhängt.
Bei kaltem Motor regelt das Ölüberdruckventil den Druck derart, dass derselbe höchstens 4 kg beträgt.
Bei warmen Motor beträgt der Öldruck, wenn das Fzg. mit 60 km/h fährt, etwa 3 kg, bei 20 km/h etwa 1 kg. Wenn der warme Motor auf Leerlauf arbeitet, zeigt der Manometer überhaupt kaum einen Ausschlag.”

Dies sind Öldrücke, die jeden Benutzer eines modernen Fzg. vor Angst erschrecken lassen. Da möchte man am liebsten gleich die Werkstatt anrufen. Umso wichtiger ist, dass das wenige an Öldruck erhalten bleibt.

Bei Werkstatthandbüchern anderer Oldtimer findet man Hinweise zum maximalen Spaltmaß der Zahnräder in der Pumpe. Gut ist auf jedem Fall ein kleines Spaltmaß!

Explosionszeichnung Ölpumpe Peugeot 402


In den Explosionszeichnungen sieht man, dass zwischen den beiden Teilen des Pumpengehäuses eine Dichtung angeordnet ist. Diese war bei meiner Pumpe beim Zerlegen nicht zu finden.

Nachdem ich die Pumpe gereinigt, die Dichtflächen des Gehäuses einmal sauber abgezogen hatte, das Spiel der beiden Zahnräder und den Abrieb der Zahnradstirnseiten im Gehäuse geprüft und annehmbar fand, habe ich sie provisorisch zusammengebaut und bewegt. Dabei konnten die Zahnräder sich frei bewegen. Eine zusätzliche Papierdichtung würde also nur das Spaltmaß der Stirnflächen erhöhen und den Druck reduzieren.

Sicherheitshalber habe ich beide Gehäuseteile mit flüssiger Dichtung vor endgültiger Montage sparsam beschichtet und die Zahnräder bewegt.
Achtung: Passen Sie auf, dass sich nicht irgendwo die flüssige Dichtung nach innen quetscht und die Zahnräder blockiert.
Nach Abtrocknen der Dichtung habe ich einen Test mittels eines Akkuschraubers durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass die Pumpe trocken nicht ansaugt! Die Pumpe sollte also vor Einbau unbedingt mit Öl geprimert werden.

Danach hat sie wunderbar funktioniert. Sicherheitshalber sollte auch immer der Motor nach Einbau zuerst ohne eingebaute Zündkerzen mittels des Anlassers bewegt und dabei das angeschlossene Manometer beobachtet werden, ob sich Druck aufbaut.

Ein weiterer Punkt bei der Montage der Ölpumpe ist die Antriebswelle hoch zur Nockenwelle. (Diese gibt es wohl doch in zwei Längen?!) Sie muss von unten vor Ölpumpenmontage eingeführt werden! Bitte auch auf die kleine Feder (3088) in dem Ölpumpenwellenschlitz achten.

Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen, die Ölpumpe wieder abbauen zu müssen, weil es entgegen meiner Annahme von oben nicht geht. Dabei musste ich die Stehbolzen des Ölpumpenanschlusses zu den Verteilerleitungen im Motor lösen, da ich ansonsten die gesamte Ölverteilung noch einmal hätte demontieren müssen.

Ein weiterer Punkt beim Öldruck ist natürlich das Öl. Ich verwende hier unlegiertes Mehrbereichsöl 20W50 von der Fa. Rektol. Das Mehrbereichsöl sorgt für leichteren Start bei kaltem und höheren Druck bei warmen Motor.

Rektol ist meines Wissens der einzige Hersteller, der Mehrbereichsöl nach alter Rezeptur anbietet, das nicht mit Zusatzstoffen arbeitet, die die Schmutzteilchen in der Schwebe halten. Da der 402 im Gegensatz zu modernen Autos keinen Nebenstromfilter hat, sollen sich die Schmutzteilchen in der Ölwanne ablagern. Dafür wird extra der unterste Liter an Öl nicht angesaugt. Die Wartungsanleitungen empfehlen auch die regelmäßige Demontage und Reinigung der Ölwanne! ( Wer machts ??)

Achtung! Die vier Muttern, die das Sieb am Gehäuse halten, sind wohl nicht mit Standardgewinde. Jedenfalls passen normale Muttern nicht wirklich gut drauf

Michael Trykowski 2020-12-28