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Jean Edouard Andreau – genialer Aerodynamiker

Der Name des am 17.11.1890 in Pontacq in den Pyrenäen geborenen Pioniers der Aerodynamik in Fahrzeugbau ist für immer mit dem dem werksintern unter der Bezeichnung N4X laufenden Stromlinien – 402 "Andreau" verbunden.

Nach dem ersten Weltkrieg beschäftigte er sich im eigenen Ingenieurbüro in Bordeaux mit der Konstruktion von Stoßdämpfern und Federungssystemen für Automobile.

Nachdem er Anfang der 1930er Jahre Direktor des Laboratoire Chausson in Paris wurde, das über einen eigenen Windkanal verfügte, setze er sich mit den Theme der Aerodynamik auseinander. Er entwickelte im Auftrag des Spirituosen-Fabrikanten Andre Dubonnet, der 1933 auch in die PKW-Produktion einstieg, diese bereits 1936 aber wieder einstellte, den "Dolphin", der ein von einem V-8 Motor angetriebenes, mit 4 Seiten- sowie einer Fronttür versehenes aerodynamisches Einzelstück blieb.

1937 entstand – ebenfalls alks Einzelstück – ein Delage – Coupe und während des 2. Weltkrieges der Matthis VL 333, von dem 6 Exemplare gefertigt wurden.

Sein bekanntestes Werk ist aber der Peugeot 402 "Andreau" aus dem Jahr 1936, der auf dem Großserienmodell 402 von 1935 basiert. An der Technik – Tiefbettkastenrahmen, 4 Zylinder-Motor mit 2000 ccm Hubraum und 58 PS, Reifengröße 165 x 400 etc. - wurde nichts verändert, der N4X erhielt allerdings das auch für die Serie verfügbare elekromechanische Cotal-4-Gang-Vorwahlgetriebe anstelle der üblichen 3 Gänge.

Spektakulär ist jedoch die Karosserie, wobei auch hier die Front gegenüber dem Serienmodell – von senkrechten seitlichen Luftschlitzen gegenüber den serienmäßig waagerechten abgesehen - nahezu unverändert blieb. Ab dem Ende der Motorhaube ändert sich aber praktisch alles – der Wagen ist mit knapp 5,10 Meter rund 25 cm länger als die Limousine, eine dominante Heckflosse gibt dem Wagen einen futuristischen Anschein und das Heck läuft spitz zu wie bei einem Flugzeug.

Der cw-Wert liegt bei auch heute noch spektakulären 0,28. Der Wagen war mit einer Spitze von etwa 140 Kilometern rund 20 Km/H schneller als das Serienmodel wobei er mit knapp 10 Litern /100 Km ca. 30 % weniger Treibstoff verbrauchte.

Man hatte bei Peugeot vor, den N4X in größeren Stückzahlen (es war von einer Tagesproduktion bis zu 16 Stück die Rede) zu verkaufen, wozu es allerdings nicht kam. Der Preis lag mit nur wenig unter 90.000 FF – und damit über 60 % mehr als die 35.000 FF, die für die Serienlimousine berechnet wurden – einfach zu hoch. Der geplante Einbau des 8 Zylindermotors konnte wegen des Beginns des Krieges nicht mehr umgesetzt werden.

Letztlich blieb es somit bei 6 gebauten Exemplaren, von denen heute noch 3 bekannt sind. Zwei befinden im Besitz der Fa. Peugeot und eins bei einem privaten Sammler.

Nach dem Krieg beschäftigte sich Andreau auch mit alternativen Energieen, so entwickelte er u.a. den Enfield-Andreau-Rotor, dessen Idee seit 2004 wieder aufgenommen wurde.

Jean Edouard Andreau starb am 25.6.1953.