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Berliet Dauphine – Fremdfahrzeug mit der Karosserie des Peugeot 402

1894 hatte Marius Berliet in einer kleinen Werkstatt mit der Konstruktion von Einzylinder-Personenwagen mit Vierganggetriebe begonnen. 1897 folgte ein Zweizylindermodell, und um 1901 übernahm Berliet den ebenfalls in Lyon angesiedelten Konkurrenten Audibert & Lavirotte. Die danach konstruierten Vierzylinderwagen besassen bereits ein Chassis aus Stahl- anstelle von Holzträgern. Das Qualitätsniveau und rennsportliche Erfolge veranlassten die American Locomotive Company (Alco), von 1906 bis 1909 Berliet-Wagen in Lizenz herzustellen, bevor man eigene Pw schuf. Bis vor dem Ersten Weltkrieg gab es Vierzylinder-Berliet mit 2,4- und 4,4-Liter-Motor sowie einen 9,6-Liter-Sechszylinder; von 1910 bis 1912 kam ein 1,5-Liter-Berliet hinzu. 1916 wurde eine qualitativ missglückte Dodge-Kopie lanciert; ab 1917 konzentrierte man sich auf Lastwagen und Armeematerial. Nach dem Krieg reichte die Personenwagen-Palette von 2,6 über 3,3 bis 4,4 Liter; 1924 kam ein 1,2-Liter-Modell hinzu, 1927 gefolgt von 1,8- und 4-Liter-Sechszylindertypen. 1939 stellte man die PKW-Produktion aus wirtschaftlichen Gründen ein.

Die nach dem Zweiten Weltkrieg in Venissieux bei Lyon hergestellten schweren Berliet-Nutzfahrzeuge wurden zu einem weltweiten Begriff. 1967 kam das Unternehmen zu Citroën; zeitweise beherrschte Citroen-Berliet mit rund 60 % den französischen Markt für LKW mit über 6 Tonnen Nutzlast.

1975 gelangte das via Citroën von Michelin gehaltene Berliet-Aktienpaket an Renault, wo die Marke dann zusammen mit Saviem in RVI aufging.

Im gleichen Jahr wurde die Marke Citroen von Michelin an Peugeot verkauft.

Nur wenige untergegangene Marken haben einen vergleichbaren Rückhalt: In Lyon unterhält die Fondation de l'automobile Marius Berliet ein 6000 m² grosses Museum, in dem Konstruktionen dieser Marke gehütet werden, auch Personenwagen.

Letzter Berliet-Personenwagen war der ab 1936 gebaute Dauphine mit 1,6- oder 2-Liter-Motor und vorderer Einzelradaufhängung.

Als 1938 die Entscheidung, auf die Produktion von PKW zu verzichten, getroffen wurde, hatte man noch einige hundert rollende Chassis mit Berliet-Technik auf Lager. Der eigene Karosseriebau war aber mit der Produktion von Nutzfahrzeugen ausgelastet. Daher entschloss man sich, bei Peugeot Karosserien des 402 zuzukaufen und auf die eigenen Fahrzeuge aufzusetzen. Dabei entstand – ausschließlich in den Jahren 1938/39 hergestellt - ein interessantes Mischfahrzeug mit einer einem zeitgenössischen Chrysler Imperial ähnelnden Schnauze und der Stromlinienkarosserie des 402.

                           

Der Wagen wurde nur mit 2 Liter-Motor und etwa 50 PS angeboten, der wie die 402 Limousine eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 115 Km/h erreichte.



Interessant ist, daß in den 50er Jahren auf Basis des 402 mit der Front des 203 ein sehr ähnlicher Umbau für den Inhaber des Zylinderschleifwerks Götti, Herrn Emil Götti, bei der Karosseriebaufirma U. Höheners Erben in St. Gallen als Einzelstück durchgeführt wurde. Siehe hierzu auch unseren Bereich "historische Fotos".

Quelle: http://www.zwischengas.com