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Peugeot Bebe – der kleinste Bugatti wurde bei Peugeot gebaut

Nur „einen Sous pro Kilometer" – diese wegweisende Werbung kündigte 1913 den Bébé Lion Peugeot BP1 an. Entworfen hat ihn der legendäre Ettore Bugatti.

                                                

Das winzige Automobil – heute gleicht es eher einem Kinder-Tretauto als einen  richtigen Auto - wurde zum frühen für breitere Käuferschichten erschwinglichen Fahrzeug. Vorausgegangen war ein Kooperationsvertrag, der im Jahr 1911 zwischen der Familie Peugeot und dem genialen Konstrukteur Bugatti geschlossen wurde, nachdem dieser bei den Fahrzeugherstellern des Deutschen Reiches - Molsheim im Elsaß war zu dieser Zeit deutsch - kein Interesse gefunden hatte.

Bereits fünf Jahre zuvor war mit dem Typ 69 der erste Peugeot-Kleinwagen in Produktion gegangen. Im Volksmund wurde er Bébé - Baby – genannt. Rund 400 Exemplare baute Peugeot zwischen 1905 und 1912. Der putzige Zweisitzer, dessen Frontmotor die Hinterräder antrieb, war eines der ersten Automobile überhaupt, die das Prinzip Kleinwagen begründeten. Allerdings war nach sechs Jahren Bauzeit klar, daß Peugeot einen moderneren Nachfolger dafür brauchte.

„Für schmale Geldbeutel, ein Volks-Auto" steht im Lastenheft. Einen solchen bereits serienreifen Kleinwagen-Prototypen mit der Entwicklungsnummer 19 hatte Bugatti in seiner Werkstatt, den er ursprünglich für Wanderer entwickelt hatte, dort aber nicht ankam. Schnell werden sich Peugeot mit Stammsitz in der Region Franche-Comté und der nicht weit entfernt in Molsheim im Elsaß ansässige Ingenieur über einen Lizenzvertrag handelseinig.

Auch der Aufbau der Produktionslinie bei Lion-Peugeot in Beaulieu erfolgt mit Unterstützung von Bugatti.

Der BP1 (Bugatti Peugeot Nummer eins) wirkte im Gegensatz zu seinem Vorgänger schon fast elegant. Der nur 2,62 Meter lange Zweisitzer war als Kleinwagen für die Stadt ebenso geeignet wie für die Reise. Mit seinem 10 PS starken 0,9-Liter-Vierzylinder-Motor erreichte das rund 400 Kilogramm wiegende Autochen eine Spitzengeschwindigkeit von 60 km/h. Genug, um sogar Klassenerfolge bei damals legendären Rennen wie am Mont Ventoux zu erzielen.

Und er war auch für breitere Käuferschichten erschwinglich: 4.250 Franc (damals rund 3.300 Goldmark) kostete die einfache Version des BP1– der Opel Kleinwagen 5/12 PS (Laubfrosch) oder der fast baugleiche Citroen Trefle waren rund 1.000 Goldmark teurer, der Preis für einen Mercedes Simplex betrug mehr als das Sechsfache. So wurde der kleine Franzose zu einem frühen Bestseller: 3.095 Exemplare des BP 1 konnte Peugeot verkaufen, bis 1916 kriegsbedingt das Aus kam.

Ursprünglich planten Peugeot und Bugatti, die Zusammenarbeit auf weitere Modellreihen auszudehnen – doch der Erste Weltkrieg verhinderte auch deren Realisierung.