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Gebrauchter Peugeot für rund 600.000 € versteigert – Typ 5 aus dem Jahr 1894 !!!

Ein Second-Hand Peugeot ist für eine halbe Million englische Pfund versteigert worden.

Sonntag, 22. Juli 1894: Ein bedeutsamer Tag in der Geschichte. An diesem Tag fand die von der Pariser Tageszeitung „Le Petit Journal“ organisierte Wettfahrt Paris-Rouen - heute von Motorsport-Historikern weithin als das erste Autorennen anerkannt - statt. Von über hundert Meldungen für die Veranstaltung wurden nur 21 Autos als der Ausschreibung entsprechend akzeptiert. Die Strecke war knapp 130 Kilometer und stellte einen echten Test für die Leistungsfähigkeit von Fahrzeugen und Fahrern gleichermaßen dar.

Gottlieb Daimlers Sohn Paul schrieb: "Es war ein merkwürdiges Schauspiel, das diese verschiedenen Fahrzeugkonzepte gegeneinander antreten zu sehen: die Heizer auf den schweren Dampfmobilen, die mit Schweiß und Ruß bedeckt sind ... und dann im Gegensatz dazu die Fahrer der Benzin- und Paraffin-Autos, die ruhig auf dem Fahrersitz sitzen, hin und wieder einen Hebel betätigten, als wären sie einfach nur auf einer Vergnügungsreise."

Siebzehn Autos erreichten Rouen mit atemberaubenden Durchschnittsgeschwindigkeiten zwischen 10 und 19 Kilometern pro Stunde.

Der Peugeot Typ 5 mit der Chassisnummer 164 gehört (vermutlich) mit der Nummer 27 ins Starterfeld wird von Louis Rigoulot gefahren. Peugeot‘s "Werks" -Team trat mit sechs Autos an. Der Typ 5 wurde speziell für das Rennen entwickelt. Es wurde eine 20%-ige Gewichtsreduktion gegenüber Standard-Geschwistern erreicht, was ein überlegenes Leistungsgewicht ergab.

Alle sechs gestarteten Peugeots beendeten das Rennen, das als Zeugnis für die ganzheitliche Qualität und Stärke des Typs 5 steht. Rigoulots Peugeot kam auf einen respektablen elften Platz. Eine schöne Geschichte, die dieses wundervolle Stück der Automobilgeschichte begleitet, ist, dass der Besitzer und Fahrer des Panhards, der den 10. Platz belegte, ein Monsieur Dubois aus Chantilly, von der Ausführung und dem Stil der Maschine von Rigoulot so beeindruckt war, dass er das Auto schon bald aus der Fabrik kaufte.

2017: Das Fahrzeug mit der Chassisnummer 164 ist für sein Alter von 123 Jahre in gutem Zustand, es befindet sich ohne Änderungen oder Verbesserungen im Originalzustand. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei ~ 30 kmh.

Angetrieben wird er von einem hinten montierten 1.026cc Daimler 2-Zylinder-V—Motor, der von Panhard-Levassor unter Lizenz des deutschen Daimler-Unternehmens hergestellt und dann direkt an Peugeot verkauft wurde. Nach vorliegenden Aufzeichnungen wurde der Motor am 25. Juni 1893 produziert und am 20. Dezember 1893 an das Peugeotwerk in Valentigney ausgeliefert. Er ist mit einem Sprühvergaser ausgerüstet.

Di
e Lenkung ist kettenbetätigt. Ketten werden auch im Getriebe verwendet, der Wagen wird über ein Viergang-Getriebe mit Doppelketten angetrieben. Die Räder sind mit Vollgummireifen ausgerüstet, da Luftreifen erst ab 1895 bei Autos eingesetzt wurden. Es gibt keinen Kühler, die Chassisrohre sind ein wichtiger Teil des Kühlsystems, durch die das erhitzte Wasser zur Kühlung geleitet wird. Der Besitzer beteuert, dass das Chassis nach einer Weile ziemlich warm wird, was zweifellos ein großer Vorteil bei der Teilnahme am London-Brighton-Run ist, der ja bekanntlich im November stattfindet!

Aussergewöhnlich für ein Fahrzeug seines Alters ist, das noch viele seiner ursprünglichen Bestandteile von den Pleuelstangen über Kolben und Ventilen bis zu den Zahnradwellen und Zahnrädern im Original erhalten sind. Auch Karosserie und Kotflügel sind original, ebenso wie einige Polster und alle Instrumente.

Der Peugeot war seit mehreren Jahrzehnten Teil der renommierten André Laporte-Collektion bei Montpellier in Südfrankreich und wurde von seinem jetzigen Besitzer erworben, als die Sammlung im Oktober 1998 aufgelöst wurde.

In den vergangenen zwanzig Jahren wurde dieser Wagen zum Louis Vuitton Concours im Jahr 2004 und auf das Goodwood Festival of Speed ​​in den Jahren 1999, 2003, 2004 und 2013 eingeladen. Im Jahr 2013 wurde er ausgewählt, um die Parade zur 20-Jahresfeier des Festival of Speed anzuführen. Sein seither letzter öffentlicher Einsatz war im September 2014 bei der 'Hot Tube' Veranstaltung in Holland, wo beeindruckende 95 Kilometer an einem Tag - eine atemberaubende Leistung für so ein frühes Auto – gefahren wurden.

Rory Henderson, Sachverständiger beim Autospezialisten Fiskens sagte: "Es ist ein wundervolles Auto mit seinen ursprünglichen Komponenten, im kompletten Originalzustand, was für ein Auto seines Alters sehr ungewöhnlich ist. Für den Käufer bietet sich eine seltene Gelegenheit, ein wunderbares Stück der frühen Motorsportgeschichte zu erwerben“