Peugeot Oldtimer Club - www.vorkriegs-peugeot.de Eine Initiative von Michael Kreuz zur Pflege & Erhalt von Peugeot Oldtimern der Vorkriegszeit. Eine umfangreiche Sammlung von Informationen, Veranstaltungen & more!

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Peugeot VLV (1941-1945)

Während der Besetzung durch die deutsche Armee ab September 1940 litt Frankreich unter der Rationierung sowohl von Produkte des allgemeinem Gebrauchs. Ganz besonders war Benzin betroffen, das von der Besatzungsmacht praktisch nur den Streitkräften zur Verfügung gestellt und auf dem normalen Markt daher zu einer sehr seltenen Ware wurde.

Während der Besatzung konnten auch die Franzosen, die ein Auto hatten, das nicht requiriert wurde, es nicht benutzen, da keine Treibstoffe zur Verfügung standen. Es mußte auf das Fahrrad oder im Lastentransportbereich sogar wieder auf von Pferden oder Ochsen gezogenen Gespanne ausgewichen werden

Daher suchte man nach anderen Fortbewegungsmöglichkeiten, wozu neben Holzvergasern u.a. auch Elektromobilität gehörte. Neben diversen Kleinstfirmen präsentieret die Firma Peugeot einen Elektrowagen: den VLV (Voiture Légère de Ville = leichtes Stadtfahrzeug).


Man hoffte, dass hier ein für den Konzern lebenswichtiges neues Produkt entstand das auch in Zeiten von Benzinmangel zu verkaufen sein wird.

Der VLV muß (wie auch heutige Nachfolger noch) mit den Einschränkungen eines Elektromotors zurechtkommen. Das sind hauptsächlich die sehr beschränkte Reichweite von nur ca. 80 Kilometer und das Gewicht der Batterien von etwa 200 Kilogramm. Deshalb wird der VLV ein kleines Auto, das nur das absolute Minimum an Fahrkomfort bietet und jedes überflüssige Gramm einspart. Die Dimensionen sind für ein Auto der Zeit ausgesprochen gering: 2,67 Meter lang, 1,12 breit und 365 kg (inkl. der 158 Batterien in 4 Blöcken) schwer. Das Ganze kann nur zwei Erwachsene transportieren.

Der Zwang zur Gewichtseinsparung wirkt sich auch auf die Karosserie aus: der Peugeot VLV ist ein Cabriolet und nur eine kleine Plane fungiert als Dach, um seine Insassen vor schlechtem Wetter zu schützen. Bei der Ausstattung kürzt Peugeot ebenfalls radikal - so schmücken nur zwei Zifferblätter das Armaturenbrett, eins für den Tachometer und das andere für die Akkuladung. Zwischen den beiden Sitzen befindet sich ein Wechselrichter, der als Rückwärtsgang fungiert. Die Batterieblocks befinden sich – wie auch das Netzteil – vorne unter der Motorhaube. Das Wägelchen läuft mit 48 Volt und leistet zwischen 1,3 und 3,5 PS. Damit erreicht der Wagen eine Geschwindigkeit von etwa 35 Km/h bei einer Reichweite von 75 – 80 Kilometer.

Der Elektromotor treibt die Hinterräder an, die sich in der Mitte des Autos befinden und nur 33 cm auseinaner liegen. Diese Konstruktion ermöglicht es, auf ein Differential zu verzichten, um Gewicht einzusparen

Am 1. Mai 1941 wird der Peugeot VLV im Werk La Garenne präsentiert, wo er auch gebaut wird, da das Werk Sochaux von der deutschen Besatzungsmacht zur Produktion von Nutzfahrzeugen ausgelastet ist. Als Kundschaft hat man Ärzte und die französische Post im Auge. Allerdings wurde der Verkauf von Elektrofahrzeugen an Privatleute von der Vichy-Regierung im Jahr 1942 verboten. So wurden bis 1945 lediglich 377 Exemplare für die Post gebaut

Der Peugeot VLV ist das erste Elektroauto der Löwenmarke und zu seiner Zeit vermutlich eines der erfolgreichsten Elektroautos in Europa. Allerdings blieb er durch die erzwungene Produktionsbeschränkung ein sehr seltenes Auto: Die letzten überlebenden Exemplare sind Museumsstücke und werden bei der Auktion zu sehr hohen Preisen gehandelt.