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Madame et votre Voiture - Frauen und Fahrzeuge

Im Jahr 1888 unternahm Bertha Benz die erste Überlandfahrt der Geschichte. Die französische Herzogin Anne d'Uzès, die im April 1898 als erster Mensch überhaupt eine Führerscheinprüfung ablegte, war auch die erste, die ein Strafmandat für zu schnelles Fahren erhielt. Anstatt der erlaubten 12 km/h fuhr sie im Bois de Boulogne bei Paris 15 km/h.

Diese Damen blieben aber Ausnahmen. In der Pionierzeit des Automobils war es meist Männern vorbehalten, Auto zu fahren. Damen am Steuer waren auch gern Ziel männlichen Spotts, wie auf dieser deutschen Postkarte aus der ersten Dekade des 20. Jahrhunderts:


Wer ein Auto erwerben wollte, mußte über ein großes Vermögen frei verfügen können – und das konnten die wenigsten Frauen. 1907 listete die Wiener Polizeidirektion 16 Frauen auf, die ein eigenes Auto angemeldet hatten. Bis in die 1920er Jahre bediente man sich in den „besseren Kreisen" im Normalfall eines Chauffeurs, zu dessen Aufgaben neben dem Fahren auch die meist sehr aufwändige Wartung und Pflege des Automobils gehörte. 

Die breitere Akzeptanz weiblicher Automobilität setzte sich erst in den 1920er Jahren durch. Die zunehmende Zahl von „Selbstfahrerinnen", die ein Automobil lenkten, wurde durch verbesserte Bedienungsmöglichkeiten der Wagen und den Ausbau der Straßen begünstigt, doch ebenso durch das Infrage stellen traditioneller Weiblichkeitsbilder. In Deutschland war allerdings bis 1958 für den Führerscheinerwerb die Zustimmung des Ehemanns oder Vaters notwendig (das galt im Übrigen auch für die Annahme einer Arbeitsstelle und die Einrichtung eines Bankkontos).

Die ersten Automobilistinnen traten noch ganz martialisch in Lederkleidung, Staubmantel und Pilotenhaube auf. In der Inflationszeit wurden schöne Frauen mit teuren Autos zu Statussymbolen einer schmalen Schicht von Neureichen. Die Dame auf dem Beifahrersitz wurde zum Symbol der Automobilkultur, angestrebt wurde höchste Eleganz und exquisiter Luxus.

Die Geschichte der Automobilwerbung spiegelt auch die soziale Stellung der Frau wider. Bereits 1901 erschienen auf Werbeplakaten erstmals Frauen In den 1920er Jahren richtet sich die Automobilwerbung an die Zielgruppe der „Dame", die am Steuer salonfähig wurde; in den 1930er Jahren wurde für die Motorisierung breiter gesellschaftlicher Schichten geworben.

In den 4 folgenden Artikeln sehen Sie Fotos zum Thema „Frauen und Automobil" beschränkt auf die Marke Peugeot aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die aufgezeigte Entwicklung ist recht gut nachvollziehbar, wobei die frühen Fotos des Zeitraums 1890 - 1920 naturgemäß wesentlich seltener sind als die der 1920er - 1940er Jahre, was daran liegt, dass Fotoapparate in Lauf der Zeit deutlich handlicher, besser zu bedienen und letztendlich auch für den Normalbürger erschwinglich wurden. Bilder aus den 1950er und 1960er Jahren werden dann wieder weniger, da die uns interessierenden Vorkriegswagen in der "Wirtschaftswunderzeit" auch in Frankreich relativ schnell aus dem Strassenbild verschwanden, wenn sie nicht schon im Kriegsverlauf vernichtet wurden.

Da die meisten Bilder keine genauen Aufnahmendaten haben, sind die angegebenen Jahreszahlen tlw. von mir geschätzt, wobei hier das zu sehende Automobil, die getragene Mode und ggf. weitere Kriterien wie eventuell nachvollzehbare Änderungen an bekannteren Bauwerken etc. berücksichtigt wurden. Wo Genaueres bekannt ist, aheb ich das vermerkt.

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