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Vintage Revival Monthlery

Beim Rundkurs von Monthlery ist es gelungen, den Charakter der 1924 erbauten Strecke mit ihren Steilkurven zu erhalten und ihn für historische Rennveranstaltungen zu nutzen. Gab es früher auch im englischen Brooklands, im italienischen Monza, in Daytona (USA) und auf der Berliner AVUS Rennstrecken mit Steilkurven, ist der „Circuit de Monthléry" heute der einzige Ort, an dem diese noch befahren werden können.

Die europäische Vorkriegsszene macht von den atemberaubenden Möglichkeiten der Strecke regen Gebrauch. So trafen sich dort zuletzt im Mai 2015 rund dreihundertfünfzig (!) Fahrzeuge, um den Kurs anlässlich des „Vintage Revival Monthléry" unter die Räder zu nehmen. Dabei war das gesamte Spektrum motorisierter Vehikel vom Anfang des Jahrhunderts bis Ende der 1930er Jahre zu erleben. Entsprechend ihrer unterschiedlichen Leistungsfähigkeit und Charakteristik traten die Fahrzeuge in acht Starterfeldern an. Einen Vorgeschmack auf diese beeindruckende Vielfalt gibt bereits das folgende Veranstalter-Video:

https://www.youtube.com/watch?t=44&v=SUWcbd8allU

Unter den Automobilen entfiel das größte Startfeld mit fast 50 Wagen auf Cyclecars der 1920er/30er Jahre. Diese besonders leichten und oft mit zugekauften Motoren ausgestatteten Fahrzeuge wurden einst von hunderten Herstellern in Frankreich und England gebaut. Kaum überraschend waren hier daher überwiegend Austin Sevens, Morgans und Salmsons anzutreffen.

Ältester Teilnehmer in diesem Feld war ein Bugatti Type 15 von 1912; aus dem Rahmen fiel außerdem ein Tatra T11 von 1925. Nicht weniger eindrucksvoll präsentierte sich das 40 Fahrzeuge umfassende Starterfeld mit kompakten Rennwagen der späten 1920er Jahre, darunter allein 14 Amilcars (z.T. mit Kompressor) und 13 Salmsons. Mit elf Autos gut vertreten war auch die weniger bekannte französische Marke BNC, die bis 1930 mit kleinvolumigen Wagen Rennen bestritt.
In einem eigenen Feld starteten des Weiteren mehr als 40 leistungsstärkere Rennwagen der 1920er und 30er Jahre. Neben 12 Bugattis der Typen 13, 35 und 37 waren hier acht weitere Amilcar mit von der Partie. Außerdem kamen sechs Fahrzeuge des kleinen, aber feinen Herstellers Rally zum Einsatz, der bis 1933 in Frankreich produzierte und sogar eigene Motoren entwickelte.

Eine starke britische Präsenz zeichnete das nächste Starterfeld aus, das wiederum 40 Teilnehmer umfasste. Hier dominierten Rennwagen von Aston-Martin, MG und Riley. Beeindruckend war daneben die Präsenz von Bugatti mit zehn Wagen der Typen 35, 51 und 59. Von den faszinierenden italienischen Grand-Prix-Wagen der Zeit waren zwei Maserati und ein Alfa Romeo vertreten. Autos dieses Kalibers sieht man in der ersten Hälfte des folgenden Videos in voller Fahrt:

https://www.youtube.com/watch?v=BCIT57mbK_Q

Ein drittes, recht breites Starterfeld umfasste schließlich Rennwagen aus der Zeit vor und nach dem 1. Weltkrieg. Zu den Ältesten zählten drei Mercedes, die an Grands Prix vor dem 1. Weltkrieg teilgenommen hatten. Weitere Raritäten aus der Veteranenära waren ein Clement von 1903, ein Mors von 1907 und ein Brasier von 1908 – beide Specials mit Flugmotor – sowie ein Rolland-Pilain von 1909, allesamt aus Frankreich. Aus den 1920er und 1930 Jahren stammten vor allem britische Fahrzeuge sowie drei US-Rennwagen von Buick, Chrysler und Studebaker.

Besonders reizvoll war das Feld der stark motorisierten Threewheeler, in dem erwartungsgemäß die britischen Marken Morgan und Sandford dominierten. Die Sandfords waren zwar von Morgan inspiriert, wurden aber in Frankreich gebaut und wiesen einige Besonderheiten auf. Abgerundet wurde das Feld durch sechs Wagen der ebenfalls französischen Marke Darmont, die sich enger an das Morgan-Vorbild anlehnten. Das enorme Leistungsvermögen der Dreiräder unter den einzigartigen Bedingungen von Monthléry wird im folgenden Video ab 0:40 min deutlich:

https://www.youtube.com/watch?v=wh7t_h3wHqU

Die übrigen Starterfelder umfassten Motorräder mit Baujahr vor 1919, beinahe 100 Motorräder der Zwischenkriegszeit sowie interessante „Mischwesen" aus Auto und Motorrad. Einige davon bekommt man in diesem Video zu sehen, das von Bord eines britischen Tamplin Bj. 1921 aufgenommen wurde:

https://www.youtube.com/watch?v=YBWqiXK9FEE

Bei den Zweirädern wurde das Feld übrigens von britischen, französischen und belgischen Marken dominiert. Die an Typen nicht weniger reiche deutsche Motorradszene war nur vereinzelt präsent. Dies mag an der Fülle attraktiver Veranstaltungen für Zweiradveteranen hierzulande liegen. Vielleicht ist das Vorkriegs-Festival von Monthléry aber auch in Deutschland noch zu wenig bekannt. Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann im folgenden Video noch mehr starke Eindrücke von dieser großartigen Veranstaltung bekommen. Dort ist ab 1:10 min Vorkriegs-Fahrvergnügen vom Feinsten zu sehen:

https://www.youtube.com/watch?v=yzZRjbs1KsQ


Ermutigend ist, dass in Monthléry viele Jüngere mit von der Partie sind und eine trotz der kostbaren Fahrzeuge entspannte Atmosphäre herrscht. Auch abseits der Strecke laden zahllose Sehenswürdigkeiten zum Schlendern und Staunen ein. Was in Monthléry an Pretiosen aus der Vorkriegszeit wie selbstverständlich herumsteht und -fährt, ist schlicht einmalig:

https://www.youtube.com/watch?v=7Ozz4tT97sM