Peugeot Oldtimer Club - www.vorkriegs-peugeot.de Eine Initiative von Michael Kreuz zur Pflege & Erhalt von Peugeot Oldtimern der Vorkriegszeit. Eine umfangreiche Sammlung von Informationen, Veranstaltungen & more!

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Fahrräder der Marke Peugeot

Was nur wenige wissen: Die heutige Peugeot-Automobil-produktion hatte als direkten Vorläufer die Herstellung von Fahrrädern. Und diese Fahrradproduktion besteht noch heute.

Von dem Erfolg des "Grand-Bi" in den 1880er Jahren bis hin zur Entwicklung innovativer Elektro-Konzepte, wurde die Marke durch die Jahre zu einem unumgänglichen Anbieter umweltfreundlicher Mobilitätslösungen. PEUGEOT blickt auf über 100 Jahre Erfahrung zurück in denen die Ansprüche der Marke ständig erneuert und an den Markt angepasst wurden. Sei es durch die Auswahl hochwertiger Komponenten und Materialien die Sicherheit und Effizienz verbinden, oder innovativem Rahmendesign, nichts wird dem Zufall überlassen.

Geschichte der Peugeot-Fahrrad-Produktion

Die Geschichte der PEUGEOT Fahrräder begann 1882 mit der Entwicklung des "Grand-Bi", einem majestätischen Hochrads, dessen übergroßes Vorderrad eine nicht gerade praktische Handhabung erlaubte. Trotz dieser umständlichen Bedienung und des für damalige Verhältnisse stolzen Preises, wurde das "Grand-Bi" ein echter Erfolg und die Hochräder kamen nach Markteinführung in Mode.

Fahrräder der Marke Peugeot

1886 beginnt die Serienproduktion von Fahrrädern mit gleichgroßen Rädern und Kettenantrieb. Ab 1890 liefert die Fahrradfabrik von PEUGEOT in ganz Frankreich 8.000 Fahrräder pro Jahr aus, 1900 sind es bereits 20.000 Stück. Die Fahrradproduktion ist ein solcher Erfolg, daß PEUGEOT schnell zu den führenden französischen Fahrradherstellern aufschließt.

Als Markenname wurde in Anlehnung an das Firmensymbol die Bezeichnung Lion (deutsch Löwe) gewählt.

Infolge der wachsenden Begeisterung, die das Fahrrad bei der Bevölkerung auslöst, steigt die Produktion unaufhörlich. Neben der Zahl der Modelle steigen ebenfalls die unterschiedlichen Zubehörteile. Um der steigenden Nachfrage nachzukommen und sich gegen die englische Konkurrenz durchsetzen zu können, eröffnet PEUGEOT eine erste Verkaufsniederlassung in Paris, schon bald folgt eine Zweite in Bordeaux.
Peugeot setzte im Fahrradsegment auf ein breites Produktangebot. In den damaligen Katalogen finden sich Tandems, Vierer und Fünfer. Im Jahr 1899 wurde ein Vierrad mit zwei Sitzplätzen als „Bicyclette sans chaîne" (Fahrrad ohne Kette) vorgestellt. Ein wartungsarmer Kardanantrieb übernahm die Kraftübertragung zum Hinterrad; eine Technik, die sich selbst bei Motorrädern erst Jahrzehnte später etablieren sollte.
Innovativ war auch ein Klapprad, dessen Rahmenkonstruktion ein stufenloses Anpassen an verschiedene Körpergrößen ermöglichte. Dabei konnte sowohl der Achsabstand als auch die Distanz des Sattels von Pedalen und Lenker variiert werden. Zwei unabhängige Bremsen garantierten aktive Sicherheit, und ein Hufnagelauszieher sollte vor Reifenpannen schützen.
Im Jahr 1906 wurde bei Peugeot-Fahrrädern erstmals eine Zweigang-Nabenschaltung verbaut.

Der Fahrradkatalog wurde immer umfangreicher, aber erst 1926 wird für die Fahrradherstellung eine eigene, von der Automobilbranche unabhängige Firma, die Cycles PEUGEOT gegründet. Die Zahl der produzierten Fahrräder steigt nun auf 100.000 Stück jährlich. Die Produktion läuft bis 1980 und erfreut Generationen von Radfahrern - vom Freizeitsportler bis hin zum Rennfahrer.

Aufgrund der wachsenden Konkurrenz durch die Verbrauchermärkte und die asiatischen Hersteller wurde aus konzernstrategischen Gründen die Sparte "PEUGEOT Cycles" im Jahr 1991 an Cycleurope abgegeben, die eine 10-jährige Lizenz für die Nutzung der Marke PEUGEOT erwarb. Zwar wurden die Fahrräder weiterhin unter der Marke PEUGEOT und durch das Händlernetz des Unternehmens verkauft, doch das Ende einer großen Epoche, die mit dem Hochrad "Grand-Bi" ihren Anfang nahm, schien beendet.

Ab 2004 besann sich das Unternehmen wieder auf seine Fahrradsparte, kaufte die Markenrechte zurück und führte Peugeot-Räder in sein Automobil-Händlernetz ein. Das Peugeot Fahrrad gibt es heute als Trekkingrad, als Mountainbike, Citybike und Elektro-Bike und auch für Kinder hat Peugeot Fahrräder im Angebot. Nicht zu vergessen sind die erfolgreichen Rennräder der Marke. Anlässlich des 200. Jubiläums von Peugeot wurde nach einer limitierten PKW-Sondermodellreihe auch ein Sondermodell im Bezug auf das Peugeot Fahrrad auf den Markt gebracht. Doch nicht nur dieses Modell erregt Aufsehen bei den Verbrauchern, sondern auch das Peugeot Fahrrad in Form des Ebikes.

Die PEUGEOT Fahrräder werden seit 2005 exklusiv durch das PEUGEOT Vertragspartnernetz in 4 europäischen Ländern (Frankreich, Deutschland, Schweiz und Slowenien) angeboten.

Rennsport

Die erstmals im Jahr 1903 ausgetragene Tour de France wurde bis heute insgesamt 10 Mal auf Peugeot-Fahrrädern gewonnen.

1905 sponserte Peugeot erstmals einen Fahrer; Louis Trousselier wurde Gesamtsieger. 1906, 1907 und 1908 fahren die Tour-Sieger Rene Pottier und Lucien Petit-Breton ebenfalls auf Peugeot.

Weitere Toursiege für die Marke wurden 1913 und 1914 vom Belgier Phillippe Thys und 1922 von Firmin Lambot errungen. 1967 gewann Roger Pingeon und 1975 und 1977 jeweils Bernard Thevente (siehe Foto) auf einen Peugeot-Rad.

Peugeot stellte eine Reihe von Rennrädern sehr unterschiedlicher Qualität her. Die hochwertigen Modelle wurden bei der Tour de France gefahren. Peugeot rüstete seine Räder lange Zeit mit Simplex-Schaltwerken und Mafac-Bremsen aus.