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Werbung in den 1930ern - Schauspieler/innen und Peugeot

Schon immer haben große Firmen für ihre Produkte gern Größen aus dem Kunst- und Kulturleben herangezogen. So auch die Fa. Peugeot, die in den späten 1920er/frühen 1930er Jahren einige sehr bekannte Schauspieler/innen bzw. Intellektuelle unter Vertrag hatte. Die Film- und Bühnenstars wurden mit Peugeot-Fahrzeugen (der Baureihen 181 und 183 "Six", gebaut von 1925 - 1930) in Szene gesetzt und die Bilder dann als Post- bzw. Sammelkarten im großen Stückzahlen "unters Volk gebracht". Etwas verwirrend ist die Diskrepanz von den Geburtsjahren der Damen - so z.B. Lucienne Legrand - und den Baujahren der Fahrzeuge. Die Bilder sind zumindest teilweise wohl erst in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre gemacht worden.

Folgend stellen wir einige dieser Prominenten vor:

Carmen Boni (*17.4.1904 - Rom; + 18.11.1963 - Paris)
Die Tochter eines Colonels und der Comtessa Teresa Rovere di Bergeggi debütierte unter ihrem Realnamen Carmela Bonicatti 1919 in einem Streifen der römischen Nova Film. Nach einem Ruf von Diana Karenne erfolgte ihr Durchbruch unter ihrem Künstlernamen, mit dem sie zunächst in italienischen Filmen in Rollen heiterer und burschikoser Mädchen auftrat. Nach Publikumserfolgen u.a. unter Guglielmo Zorzi nahm sie Augusto Genina, mit dem sie auch privat liiert war und in den folgenden Jahren häufig filmte, unter Vertrag und erregte mit "Komtess Bubikopf" auch international Aufmerksamkeit. 1927 wurde die Boni nach Berlin verpflichtet und übernahm in den folgenden zwei Jahren Hauptrollen in deutschen Produktionen.
Zu Beginn der Tonfilmzeit verließ sie Deutschland und arbeitete vorwiegend in Paris. Sie war nun in einigen Sprachversionen-Filmen der Paramount Pictures zu sehen und pendelte bis zu ihrer 1936 erfolgten endgültigen Übersiedlung nach Frankreich mehrmals zwischen ihrem Geburtsland und ihrer Walhlheimat. 1938 heiratete sie den Schauspieler Jean Rigaux. Es folgten nur noch wenige Filme; in ihrem letzten Film "Von Mensch zu Mensch" um Henri Dunant verkörperte sie eine Gräfin. Carmen Boni verunglückte 1963 tödlich bei einem Verkehrsunfall.

Dolly Davis (* 30.10.1896 Paris, * 3.11.1962 Neuilly s Seine)
war in der Stummfilmzeit der 20er Jahre eine äusserst erfolgreiche Schauspielerin.
Ihre ersten Filme entstanden bereits 1920, darunter "Un conte de Noël" und "La bourrasque". In den nächsten Jahren wurde sie eine vielbeschäftigte Darstellerin und sie erlangte Popularität mit Filmen wie "Vidocq" (1922), "Geneviève" (1923), "Paris" (1924), "Mon frère Jacques" (1925), "Paris en cinq jours" (1926), "La petite chocolatière" (1927) und "La femme du voison" (1928).
Schon bald konnte sie auch im deutschen Filmgeschäft Fuss fassen, wo sie in den Produktionen "Fräulein Josette - meine Frau" (1926), "Café Elektric" (1927), "Verirrte Jugend" und "Frauenraub in Marokko" (1928) mitspielte.
In den 30er Jahren bildete der französische Film wieder ihr Hauptbetätigungsfeld. Es folgten nochmals eine Vielzahl von Filmen, darunter "Gagne ta vie" (1931), "Brumes de Paris" (1932), "Un train dans la nuit" (1934), "Bichon" (1935) und "Bar du sud" (1938). Danach zog sie sich aus dem Filmgeschäft zurück.

 

 

Marie Glory (bürgerlich Raymonde Louise Marcelle Toully
* 3. März 1905 in Mortagne-au-Perche; + 24. Januar 2009 in Cannes )
Ihr Filmdebüt hatte sie 1924 als Kleindarstellerin in Raymond Bernards monumentalem Historienepos "Le miracle des loups" unter dem Künstlernamen Arlette Genny, den sie bis 1927 benutzte. Seitdem trat sie unter dem Namen Marie Glory auf.
In der mehr als dreistündigen deutsch-französischen Koproduktion "Das Geld" (1928) von Marcel L'Herbier spielte sie die weibliche Hauptrolle mit Brigitte Helm und Pierre Alcover. Mit Henri Fescourts Verfilmung des Dumas-Romans "Der Graf von Monte Christo" war sie neben Jean Angelo, Lil Dagover und Gaston Modot Star in einer weiteren deutsch-französischen Gemeinschaftsproduktion. Unter Géza von Bolváry stand sie 1929 in Deutschland für "Vater und Sohn" vor der Kamera.
Leo Mittlers "Le Roi de Paris" (1930) war ihr erster Tonfilm. Sie trat mit dem serbischen Darsteller Ivan Petrovich auf. In den 1930er Jahren spielte sie überwiegend Hauptrollen, darunter deutsche Produktionen der Regisseure Ewald André Dupont ("Le deux mondes"), Hans Steinhoff ("Madame ne veut pas d'enfants") und Wilhelm Thiele. 1938 verkörperte sie die Pepita in Jacques Feyders "Les gens du voyage". 1939 hatte sie ihre letzte Hauptrolle.
Während der Zeit des Zweiten Weltkriegs und danach (1939 bis 1951) trat sie in nur einem Film auf. In den frühen 1950er Jahren war sie an italienischen Filmproduktionen beteiligt, bekam aber nur noch Nebenrollen. Ihr letzter Auftritt in einem Kinofilm war 1960, danach war sie nur kurz für das Fernsehen tätig. Mitte der 1990er Jahre wurde sie für Kevin Brownlows Dokumentation über die Geschichte des Stummfilms in den zentralen europäischen Ländern Kino Europa (Cinema Europe: The Other Hollywood) interviewt.

Yolande Laffon (* 24.8.1895 in Paris als Yolande Chamoux; + 15.12.1992 in Louveciennes)
Sie war eher als Bühnenschauspielerin als auf der Leinwand bekannt. Der erste Filmauftritt war 1936 in "Mayerling", es folgte im gleichen Jahr "Le Grand Armour de Beethoven". Sehr bekannt wurde sie 1943 als Gräfin Sarah MacGregor in "Les Mystères de Paris". Und die jüngste Arbeit ist die Rolle der Tante Mathilde in "Les Aristokrates".

Lucienne Legrand (* 18. Juli 1920 in Douai  als Lucienne Jeanne Marie Charlot)

Sie debütiert in "Romance de Paris, bis 1949 blieb es aber vorwiegend bei kleineren Rollen. Ihre Karriere startete richtig mit ihrer ersten großen Rolle als Hélène in "L'Inconnu d'un soir" (1949), einem Film von Hervé Bromberger und Max Neufeld. In "Ungarische Rhapsodie" spielt sie 1954 an der Seite von Paul Hubschmid (als Franz Liszt) die Maria Pawlowna. Weitere größere Rollen neben Georges Marchal als Kaiserin im Kostümschinken "La Contessa di Castiglione" (1955) und als Virginie in "Milord l'Arsouille" (1956). Es folgen kleinere Rollen neben Jean Gabin in "Die Nacht bricht an" (1957), als Vermieterin neben Jeanne Moreau in "Philippe de Brocas Chère Louise", als Catherine Deneuves Salon-Kundin in Jacques Demys "Die Umstandshose" (1973), als Claude Jades Mutter in Denys de La Patellières "Der Abbé und die Liebe" (1973), als Buchhändlerin neben Lino Ventura in "Ich, die Nummer eins" (1973) etc. Neben diesen kleinen Rollen trat sie auch zwischenzeitlich als Jean-Luc Mourraits alias Gérard Hérolds Haushälterin Jacqueline Perrier in der ARD-Serie "Lindenstraße" auf. Zu jener Zeit (1989) auch als Baronin in Jochen Richters Selbstfindungsdrama "Der lange Sommer".

Parisys - bürgerlich Marcelle Josse (* 30.12.1893 / + 16.7.1986 jeweils Paris) 

Marcelle Josse stammt aus kleinbürgerlichen Verhältnissen und schloß sich schon sehr jung einer Schauspieltruppe in Paris unter dem Namen Parisys an. Mit 14 Jahre fällt sie im Konzerrthaus Mayol Sarah Bernhardt auf, in deren Theater sie engagiert wird. Nach dem ersten Weltkrieg tourt sie zunächst in kleinen Theatern, bald ist sie aber an der Mailänder Scala, im Palais Royal, im Casino von Paris, im Cigalle etc. zu sehen. 

Sie spielt in "la mome" im Jahr 1922 mit Sarah Bernhardt und in "Occupee toi d'Amélie" an der Scala im Jahr 1923. Mit Mistinguett macht sie 1923 eine Südamerikatournee. Sie spielt in "La Revue Olympic" im Jahr 1924 und sang den beliebten Marsch "Vas y Leon"von J.O. de Paris. Zwischen 1924 und 1933  unternehm sie mehrere Tourneen sie durch Europa und das Mittelmeergebite, die sie nach London, Rom, Brüssel, Algier und Kairo führten.

Zusammen mit Fernandel spielt Sie die Hauptrolle im Film "Nuit de Folie" im Jahre 1934. 1942 heiratete sie Robert Trebor, den Direktor des Michel Theater. Ihren letzten Bühnenauftritt hatte sie im Jahr 1964 im Michel Theater mit "Les croulants se portent bien !"

 

Suzy Vernon (eigentlich Amélie Paris; * 26. Juni 1901 in Nizza; + 24. Januar 1997 in Moulins)

Bereits seit Ende des Ersten Weltkrieges hatte Suzy Vernon an diversen Theatern gespielt. Ihr Filmdebüt gab sie 1922. Unter der Regie von Jacques Feyder spielte sie in Wien in "Das Bildnis" (1923) und in der französisch-schweizerischen Produktion "Kindergesichter" (1925). Ab 1927 spielte sie auch in Ufa-Produktionen, darunter Manfred Noas "Gauner im Frack" und "Die geheime Macht" von Erich Waschneck. Sie spielte häufig gutgelaunte Geliebte oder Diven und war in Frankreich und Deutschland zwischen Mitte der 1920er und Anfang der 1930er Jahre populär.
1930 unternahm sie einen Abstecher nach Hollywood und wirkte in zwei französischen Versionen amerikanischer Originale mit. Schon 1940 beendete sie schließlich ihre Karriere. 1958 heiratete Suzy Vernon einen libanesischen Chirurgen und zog mit ihm in den Nahen Osten.

Albert Dranem (eigentlich Armand Menard) * 1868, + 1935 jeweils Paris

Der berühmte Komiker machte zunächst eine Lehre als Juwelier im elterlichen Betrieb, bevor er ins Unterhaltungs-metier wechselte. Im September 1890 begann er seine Bühnenlaufbahn im Amateur-Variete "La Verrerie". Nach dem Militärdienst wurde er Angestellter bei einem Hersteller von orthopädischen Instrumenten, während er weiterhin abends zusammen mit anderen Debütanten wie Mayol, Kam-Hill, Ouvrard, Libert oder Polin im La Verrerie auftrat. Seinen Künstlernamen „Dranem“, ein Anagramm von Menard, nahm er 1894 an. Zunächst lief es aber nicht gut; zwar empfahl Henri Moreau, der mit Dranems Mutter bekannt war, ihn bei verschiedenen Häusern, es kam aber nicht zu größeren Engagements.

Erst 1896 kam es zum Durchbruch, als mit seltsamem Hut, zu enger Jacke und zu kurzen Hosen begann, seinen „Comic-Polizisten“ zu spielen. Im Jahr 1899 unterzeichnet er beim berühmten Eldorado Club, wo er für die nächsten zwanzig Jahre regelmäßig auftrat. Im Ersten Weltkrieg war er in der „Truppenbetreuung“ u.a. auch in Militärlazaretten tätig. Auch am Theater war er aktiv – u.a. übernahm er 1918 eine Rolle an der Pariser Opéra-Comique als Buteux in „La fille de Madame Angot“ und 1931 in Schillers „Räuber“

Hauptsächlich in Varietés und als Darsteller in Operetten tätig, trat Dranem auch im neuen Medium „Film“ auf. Sein Leinwanddebüt hatte er 1902 im Stummfilm "Bonsoir m'sieurs dames". Obwohl er in zwei weiteren Stummfilmen auftrat, machte ihn erst der Durchbruch des Tonfilms in den späten 1920er Jahren zum Star in Musikfilmen. Allein im Jahr 1932 machte er sechs Filme und sechs weitere in den nächsten drei Jahren.

Seine Komik mit der Darbietung von Chansons brachte ihm eine große, treue Fangemeinde, so daß ihn seine Arbeit zu einem sehr reichen Mann machte. Im Jahr 1910 kaufte er das Château de Ris in der Stadt Ris-Orangis südlich von Paris und gründete eine gemeinnützige Stiftung, um das große Gebäude als Altersheim für pensionierte Darsteller zu nutzen. Auf dem Gelände gab es einen Musikpavillon und ein Open-Air-Theater, die von den Bewohnern genutzt werden konnten. Seine "Dranem Foundation" bestand mit unveränderter Zielsetzung bis zum Jahr 2000, das Eigentum ging dann an den französischen Staat über, der das Künstler-Altersheim weiterhin betreibt.

Dranem starb in Paris im Jahre 1935 im Alter von sechsundsechzig und wurde im Château de Ris begraben.

 

 

 

 

 



 

Léonard Tsuguharu Foujita (藤田 嗣治, * 27.11.1886 Tokio, 29.1.1968 Zürich)

Tsuguharu Foujita war der Sohn eines Generals in der kaiserlich japanischen Armee. Er studierte drei Jahre an der renommierten Hochschule der Künste in Tokio. Im Jahr 1910 erwarb sogar der Tenno Mutsuhito ein Bild von ihm. Auf einer Reise nach Korea im Jahr 1911 wurde er gebeten, die Kaiserin Sunieong zu porträtieren.

Bei einem Aufenthalt in Europa lernte der exzentrische Foujita die europäische zeitgenössische Kunst kennen und übersiedelte 1913 nach Paris. Innerhalb kürzester Zeit machte er Bekanntschaft mit den bekanntesten Künstlern der Stadt, unter anderem George Braque, Henri Matisse, Jean Cocteau und nicht zuletzt Pablo Picasso; mit Modigliani verband ihn bald eine enge Freundschaft.

1917 hatte Foujita seine erste Ausstellung, in welcher er seine für Paris ungewöhnlichen Arbeiten zeigte, eine Mischung aus traditioneller japanischer und zeitgenössischer europäischer Kunst. Um dem Beschuß von Paris durch deutsche Truppen zu entgehen, zog Foujita 1918 mit seiner Frau nach Gagnes sur Mer.

Bereits 1924 zählte er zu den wichtigsten Ausstellern im Salon d'Automne. Im selben Jahr wurde er Mitglied der Akademie der Schönen Künste in Tokio. Ab Mitte der 1920er Jahre waren die Arbeiten Foujitas in jeder bedeutenden Ausstellung in Paris, Berlin, London, New York und Chicago zu sehen. Ab 1931 bereiste er Lateinamerika und kam 1933 als gefeierter Künstler wieder nach Japan. In dieser Zeit malte er auch Bilder, die den japanischen Krieg verherrlichen. Nach dem Kriege kehrte er nach Paris zurück, 1950 nahm er die französische Staatsbürgerschaft an.


Am 29. Januar 1968 starb Foujita in Zürich an den Folgen von Lungenkrebs. Er wurde in der Kathedrale von Reims bestattet. Zu seinen wichtigsten Werken zählt die Kapelle Notre-Dame-de-la-Paix in Reims . Sie entstand ab 1965 unter der Leitung des Architekten Maurice Clauzier.

 

 

 

 

 

          

Renée Devillers (eigentlich Nee Renee Deteix) * 9.10.1902, Paris / + 5.8.2000 Lagny sur Marne

Viel ist aus dem Leben der Schauspielerin, die fast 50 Jahre vor der Kamera stand, nicht bekannt - sie heiratete im November 1935 den Bankier Jean-Conrad Hottinger (1907 bis 1993), mit dem sie drei Kinder hatte. Sie war Mitglied der Comédie Francaise. Umso größer aber die Auflistung der Filme, in denen sie mitwirkte.

Filmographie:

1921 : L'Affaire du train 24
1930 : La Douceur d'aimer: Germaine
1932 : Ma femme... homme d'affaires: Arlette
1937 : L'Appel de la vie
1937: L'Homme du jour: La fille aux fleurs
1938 : J'accuse! d'Abel Gance: Helene
1942 : La Femme que j'ai le plus aimée: La dactylo
1942 : Les affaires sont les affaires: Germaine Lechat
1942 : Le Voile bleu: Madame Forneret
1943 : Untel Père et Fils: Gabrielle Froment
1946 : Lunegarde
1946 : Roger la Honte: Mme Laroque
1947 : Fausse identité: Lucie Blondin
1948 : Les Dernières Vacances: Cécile Simonet
1948 : Les amoureux sont seuls au monde: Sylvia
1948 : Le Diable boiteux: Mme de Dino
1949 : Le Droit de l'enfant
1950 : Cartouche, roi de Paris: Madame de Parabère
1951 : Un grand patron: Florence Delage
1952 : Coiffeur pour dames: Mme Brochand
1953 : L'Appel du destin: Germaine Obrecht
1954 : Le Blé en herbe: La mère de Phil
1954 : Si Versailles m'était conté...: Madame Campan
1954 : Mam'zelle Nitouche: La Supérieure
1957 : Fernand clochard: Mme Laffont-Dubreuilh
1958 : Secret professionnel
1962 : Thérèse Desqueyroux: Mme de la Trave
1962 : Climats: Mme Marcenat
1968 : Au théâtre ce soir: Étienne de Jacques Deval,

Quelle Wikipedia France