Peugeot Oldtimer Club - www.vorkriegs-peugeot.de Eine Initiative von Michael Kreuz zur Pflege & Erhalt von Peugeot Oldtimern der Vorkriegszeit. Eine umfangreiche Sammlung von Informationen, Veranstaltungen & more!

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Peugeot Serie 20... - Klein- und Mittelklassewagen seit fast 85 Jahren

Schon im Jahr 1905 baute die Fa. Peugeot mit dem Typ 69 "Bebe" einen preisgünstigen Kleinwagen in einer Auflage von 400 Exemplaren.

Im Jahr 1911 schloß man mit Ettore Bugatti einen Lizenzvertrag über die Fertigung eines Kleinwagens, der weiterhin unter dem Namen "Bebe" bei der Fa. Lion-Peugeot gebaut wurde.

Mit knapp 3100 gebauten Einheiten wurde dieses nur rund 3 Meter lange Autochen zu einem frühen Verkaufsschlager und einem der ersten "Volkswagen" überhaupt.

 

Nach Ende des ersten Weltkriegs wurde ab 1921 die Kleinwagentradition zunächst mit dem Typ 161 fortgesetzt. Diese Autos wurden sowohl als "Quadrilette" mit zunächst hintereinander, später versetzt nebeneinander liegenden Sitzen und schmaler Spur, die die steuergünstige Zulassung als Motorrad möglich machte, als auch als "normaler" Wagen mit nebeneinander liegenden Sitzen angeboten.

Bereits 1922 wurde der Typ 161 durch den etwas stärker motorisierten, ansonsten aber weitgehend gleichen Typ 172 ersetzt, der mit einer Vielzahl von Modifikationen und Weiterentwicklungen bis 1928 im Programm blieb und in der stärksten Ausführung als 172 RE rund 20 PS aus 950 ccm leistete und damit maximal 60 Km/H schnell war.

Ab 1928 wurde der 172 durch den Typ 190 ersetzt, der die letzte Evolutionsstufe der "Quadrilette" darstellte.

Im Jahr 1929 begann bei Peugeot mit dem "Typ 201" ein neuer Abschnitt im Klein-/Mittelklasse-Fahrzeugbau.

Mit diesem, auf dem Pariser Salon 1929 vorgestellten, ab Juli 1929 produzierten und von Grund auf neu konzipiertem Fahrzeug benutzte Peugeot erstmals die bis heute beibehaltene Typenkennzeichnung durch eine dreistellige Zahl mit einer „0" in der Mitte. 2012 gibt es die geschützte Typenbezeichnung mit der „0" in der Mitte also seit 83 Jahren – länger, als manch anderer Hersteller überhaupt am Markt präsent ist.

Beim 201 handelte es sich um einen relativ unauffälligen Kleinwagen mit zeit-typischen „europäischen" Karosserien, die im Lauf der Bauzeit 1929 – 1937 für praktisch jeden denkbaren Einsatzzweck – vom in kleinster Stückzahl gebauten Werksrennwagen über viele Personenwagen- und Nutzfahrzeugvarianten bis hin zu militärisch oder für Expeditionen brauchbaren Halbkettenfahrzeugen "System Kegress" nach Muster der bekannteren Citroen – gefertigt wurden. Insgesamt wurden rund 143.000 Exemplare gebaut.

Wesentliche Teile der Karosserie wurden im „Ambi-Budd"-Presswerk in Berlin hergestellt, die Montage erfolgte aber ausschließlich in Frankreich. Wegen der damit verbundenen teilweise doppelten Besteuerung wurde der Wagen in Deutschland mit rund 3.800 RM relativ teuer; ein vergleichbarer Opel kostete etwa 600 RM weniger, der kleinste 6-Zylinder-Mercedes nur wenig mehr.

Trotzdem lobte die deutsche Fachpresse den 201 als „besten wirklichen Kleinwagen, der z.Zt. angeboten werde". Das lag vorwiegend an der ab dem 201 C eingesetzten unabhängigen Radaufhängung, was für diese Klasse als besonderer technischer Aufwand galt. Peugeot-typisch ist auch die „Bloctube"-Rahmen-konstruktion, bei der im Unterschied zu anderen Herstellern das U-Stahlprofil auf dem Kopf stehend mit einem liegenden Stahlblech verschweisst ist und nicht liegend verwendet wird.

Sehr wenig bekannt ist, daß die Audi-Werke im Typ P (5/30 PS) den Motor des 201 verwendeten, da der Zukauf billiger wurde als eine eigene Produktion.

Ab 1932 wurde die Produktionspalette durch den Typ 301 mit etwas stärkerem Motor, ansonsten aber ohne wesentliche Änderungen nach oben erweitert.

Die Kleinwagen Typ 201 blieben für die konservative Kundschaft bis zum Ende 1937 in Programm, obwohl die größeren Baureihen 401 und 301 bereits ab 1935 bzw. '37 durch die neuen, stromlinienförmigen 402/302 ersetzt worden waren.

 Ab Januar 1938 bot man dann den Peugeot Typ 202, der sich optisch an die 302/402 anlehnte, an. Auch hier wurde die von Paul Jaray maßgeblich beeinflußte Stromlinienform (Ligne fuseau – „Raketendesign") umgesetzt, wobei man technisch von den Konzepten des 302/402 stark abwich.

Der 202 war eine Antwort auf den Renault Juvaquatre und lag – als Vergleich zu deutschen Modellen der Zeit - in der Leistung ziemlich genau in der Mitte zwischen Opel Kadett und Opel Olympia.

Bis Juni 1942, als die Kriegsereignisse eine Unterbrechung der Produktion erzwangen, wurden etwa 63.900 Limousinen mit unterschiedlichen Karosserievarianten (darunter auch einige hundert Cabrios und Cabriolimousinen) sowie rund 3.100 Nutzfahrzeuge (zu erkennen am „U" hinter der Typenbezeichnung) gebaut. Letztere wurden als rollende Chassis mit Kabine an Karosseriebaufirmen, aber auch direkt ab Werk mit verschiedenen Lieferwagen-Aufbauten, Pritschen oder auch als viertürige „Camionette"-Limousinen mit großer Hecktür ausgeliefert.

Der 202 ist der einzige Peugeot aus den Vorkriegsserien, der über das Ende des zweiten Weltkriegs hinaus produziert wurde. Obwohl das Produktionswerk in Sochaux durch alliierte Bombenangriffe 1944 weitestgehend zerstört wurde, begann man im schon im Februar 1945 nach dem Abzug der deutschen Truppen wieder mit der Produktion und setzte zunächst Restbestände aus der Vorkriegsfertigung ein.

Im Mai 1946 begann die Serienfertigung mit Verbesserungen, z.B. wurden die Seilzugbremsen durch eine hydraulische Bremsanlage ersetzt. Von 1945 – 1949 wurden nochmals etwa 40.200 Limousinen und 32.500 Nutzfahrzeuge gebaut. Erst als Ende 1948 die Serienproduktion des vollkommen neu konzipierten, mit einer selbsttragenden Karosserie versehenen Typ 203 begann, lief der letzte 202 vom Band.

Beim Peugeot 203 handelt es sich um die erste Peugeot - Nachkriegskonstruktion. Er hat mit den in den dreißiger Jahren hergestellten Peugeot-Typen technisch nichts mehr gemeinsam.

Im Jahr 1948 wurde der Wagen, der schon - teilweise heimlich noch unter deutscher Besatzung - von 1944 - 1947 entwickelt wurde, auf dem Pariser Automobilsalon vorgestellt. Er ist der erste Peugeot mit selbsttragender Ganzstahl-Karosserie. Der Wagen hat hydraulische Trommelbremsen sowie eine 12 Volt-Elektroanlage und ist serienmäßig mit einem Stahlschiebedach ausgerüstet.

Wie bei den früheren Modellen wurde auch hier auf Wirtschaftlichkeit im Unterhalt besonderer Wert gelegt. Der 1300 ccm-Vierzylinder war sparsam und machte während der 12 jährigen Bauzeit von 1948 – 1960 keinerlei Probleme. Er bewährte sich darüber hinaus auch als Treibsatz in abgeleiteten Modellen mit Lieferwagen-Aufbauten und Klein-LKW.

Der 203 wirkt optisch wie ein verkleinerter Amerikaner und war damit modisch auf der Höhe der Zeit. Das Fahrwerk überbot allerdings die Mehrzahl seiner europäischen Konkurenten bei weitem, von amerikanischen Produkten überhaupt nicht zu reden.

Von 1948 bis 1960 wurden rund 660.000 Personenwagen des Typs - die Baureihe umfaßt das viertürige Berlinet, 2- und 4-sitzige Cabriolets sowie ein nur ein halbes Jahr gebautes Coupé - sowie weitere 130.000 Einheiten als Nutzfahrzeugvarianten (Camionette, Camionette bachee, Familiale, Commerciale usw.) ausgeliefert.

1951 legte ein Peugeot 203 die Strecke Kapstadt-Paris mit Tagesetappen von bis zu 950 Kilometern in nur 16 Tagen ohne Pannen zurück. Auch im Motorsport ist der 203 mit getunter Maschine (Leistung bis rund 90 PS bei 1800 ccm) insbesondere bei Bergrennen bis in die 60er Jahre hinein sehr erfolgreich.

Einen direkten Nachfolger für den 203 gab es erst mit dem im April 1965 vorgestellten Peugeot 204. Dieses hübsche Auto wurde als Berlinet, Coupe, Cabriolet sowie einer 5 türigen, "Break" genannten Kombiversion angeboten. Der Break konnte auch mit einem 1300 ccm Dieselmotor geordert werden, womit Peugeot den zu seiner Zeit kleinsten Diesel-PKW weltweit baute. In der Bauzeit von 1965 – 1976 wurden insgesamt 1.665.233 Peugeot 204 gebaut, davon rund 18.000 Cabrios und etwa 43.000 Coupes.

1983 wurde der Nachfolger in der Kompaktklasse vorgestellt: Der Peugeot 205.

Nach fünfjähriger Entwicklungszeit führte Peugeot mit dem 205 sein neues Markengesicht ein. Schon im ersten Jahr erhielt der 205 zahlreiche Auszeichnungen: Ihm wurde das "Goldene Lenkrad" verliehen, er wurde „Bester Kleinwagen" und "Auto des Jahres". Er basiert technisch in vielen Bereichen auf der Baureihe 104, deren Nachfolge er im September 1983 antrat. In den Jahren 1985 und 1986 war er das erfolgreichste Importmodell in Deutschland

Neben der „zivilen" Version des 205 gab es auch einen für die Gruppe B im Rennsport entwickelten Rallyewagen mit der Bezeichnung 205 Turbo 16, der außer dem Namen und der Bodenplatte kaum etwas mit der Serienversion zu tun hatte, jedoch mit seinen Rennerfolgen einen großen Werbeeffekt hatte.

Mit bis 1997 – somit war der 205 sage und schreibe 15 Jahre lang im Programm – gebauten 5.350.000 Einheiten (davon etwa 72.000 Cabrios) handelt es sich um einen der erfolgreichsten Peugeottypen aller Zeiten. In Deutschland war der 205 mit insgesamt knapp 411.000 verkauften Exemplaren der bestverkaufte Peugeot überhaupt, bis ihn im Jahr 2007 sein Nachfolger 206 überholte..

Im Oktober 1998 wurde er von der Modellreihe 206 abgelöst, am 31. Dezember 1998 rollte schließlich der letzte 205 vom Band.

Die Markteinführung des Peugeot 206 fand im August 1998 statt. Er wurde wie der

Peugeot 307 von dem Designer Murat Günak gezeichnet, aus dessen Feder u. a. auch der Mercedes SLK stammt und der lange Jahre für den Volkswagenkonzern tätig war.

Basisvarianten des 206 sind die drei- und fünftürigen Schräghecklimousinen. Im Spätsommer 2000 erschien der 206 CC, ein Coupe-Cabriolet mit zweiteiligem elektrohydraulischen Klappdach, das die Tradition der 401/402 -Eclipse aus den 1930er Jahren wieder aufnahm.

Mit mehr als 6 Millionen verkauften Fahrzeugen - am 19. April 2007 wurde die Schallmauer von sechs Millionen produzierten Einheiten durchbrochen - wurde der Peugeot 206 in Europa zum erfolgreichsten Kleinwagen. In Deutschland war er vier Jahre lang (von 2001 bis 2004) das meistverkaufte Importauto und ist dort seit Juli 2007 der meistverkaufte Peugeot überhaupt.

Mit 410.704 zugelassenen Exemplaren hat er seinen Vorgänger 205 überholt. Über 100.000 mal wurde allein der ab dem Frühjahr 2000 erhältliche 206 CC verkauft. Damit war Deutschland der wichtigste Markt für diese Karosserievariante.

Der letzte Peugeot 206 lief im Jahr 2010 vom Band.

Der Nachfolger Peugeot 207 wurde im März 2006 auf dem Autosalon in Genf vorgestellt und ab Mai des Jahres von Peugeot-Händlern in Deutschland angeboten; damit führte Peugeot auch hier die lange Tradition, ältere Modelle noch einige Jahre parallel zu den ganz aktuellen zu fertigen, fort. Bereits im April 2008 wurde der einmillionste Peugeot 207 ausgeliefert. Ende 2011 wurden die meisten Varianten aus dem Programm genommen.

Die vorerst letzte Evolutionsstufe nach fast 110 Jahren Peugeot-Kleinwagenbau: Der Peugeot 208, der seine Premiere auf dem Genfer Autosalon im März 2012 feierte und nach 205, 206 und 207 die vierte Generation der Moderne des Kleinwagen aus der Löwenmarke-Schmiede sein wird. Ab dem Frühjahr 2012 soll er mit komplett neuem Design und sparsameren Motoren die Straßen erobern.

                     



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Quellen: Peugeot Deutschland, Archiv Peugeot, Wikipedia