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Die Geschichte der Marke Peugeot

Die Marke Peugeot gehört zu den traditionsreichsten und ältesten unabhängigen Automarken.

Der Ursprung der Marke bzw. des Namens Peugeot geht bis in das 15. Jahrhundert zurück. Zu Beginn befasste man sich mit der Pech-Herstellung und im Jahr 1810 wurde auf dem Gelände der Firma Peugeot eine Eisengiesserei aufgebaut. Es wurde mit der Herstellung von Sägeblättern, Uhrfedern und Korsettstäben begonnen. Die Symbole auf den Werkzeugen wie Löwe, Halbmond, Stern usw. geben einen Hinweis auf die Qualität und die Härte des geschmiedeten Stahls.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts spezialisierte man sich auf die Produktion von Werkzeugen, Kaffeemühlen, Nähmaschinen und eine Vielzahl von Gebrauchsgegen-ständen, für die guter Stahl wichtig war. Pfeffermühlen mit Peugeot-Mahlwerk sind noch heute die besten der Welt

1850 ließ man sich den Löwen als Markenzeichen eintragen und 1885 nahm Armand Peugeot die Produktion von Fahr-rädern auf. Bereits 1888 lag die Jahresproduktion bei rund 19.000 Exemplaren und es wurden auch Dreiräder mit Pedal-antrieb gebaut. Hier lag die Idee, ein solches Fahrzeug mit einem Motor zu versehen, nahe.

Im Jahr 1889 wurde der erste Wagen gebaut, ein dreirädriges Vehikel mit Serpollet-  Peugeot Typ 1 Dampfmaschine, der im gleichen Jahr auf der Weltausstellung in Paris vorgestellt wurde.

Man strebte nun nach einem besseren Fahrzeug, das statt des Dampfmotors einen der neuen Ottomotoren erhalten sollte. Eigene Motoren konnte man aber bei Peugeot noch nicht bauen und so schaute man sich nach einem Lieferanten um.

Über Kontakte mit Emile Levassor, der die Daimler-Lizenzen für Frankreich besaß, kam man mit Gottlieb Daimler in Verbindung und schließlich zu einer Vereinbarung, wonach Panhard & Levassor Daimlermotoren für die Peugeot-Fahrzeuge liefern sollte. Der erste Motor traf am 17. März 1890 im Werk Valentigny ein und wurde zunächst in ein dreirädriges Fahrzeug eingebaut; anschließend wurden jedoch vierrädrige Wagen nach neuen Entwürfen dafür hergestellt.

Es wurden 4 Exemplare des „Typ 2" gebaut und bis ins Jahr 1895 entstanden rund 250 Wagen mit Daimler Motoren. Ein bekanntes Exemplar aus dieser Anfangszeit ist der Typ 4, der für den Bey von Tunis gebaut, aber nie abgeliefert wurde.

Es folgte eine Periode, in der ständig Motortypen und Aufbauten variiert wurden. Der Motor lag normalerweise hinten und hatte in der Regel 2 Zylinder. Sehr bald beteiligte man sich an Autorennen und der erste nachweislich mit pneumatischen Reifen (Fabrikat Michelin) ausgestattete Wagen war 1895 ein Peugeot Typ 5 mit 2,5 PS Daimlermotor.

Im Jahr 1897 kam es zum Bruch mit Daimler, da man sich nicht über Lieferungen von Peugeot-Fahrzeugen ins damals deutsche Elsaß, nach Italien und in die Schweiz einigen konnte. Diese Gebiete/Länder sollten den bei Daimler selbst gebauten Fahrzeugen vorbehalten bleiben, was Armand Peugeot nicht akzeptierte. Daher baute man nun eigene Aggregate mit 2 liegenden Zylindern und machte sich kurzerhand von den in Lizenz gefertigten Daimler-Motoren unabhängig. Der erste mit eigenem Motor ausgestattete Peugeot war der Typ 14 mit 1645 ccm Hubraum und 4 PS. Vom im selben Jahr gebauten Typ 15 wurden immerhin 276 Wagen hergestellt.

Von 1902 bis 1909 wechselte man bei Peugeot vom Lenker zum Lenkrad und verabschiedete sich vom "Kutschenwagen-Look". Die ersten Wagen, die mit Lenkrad und Motorhaube in größere Serie gingen, hießen Typ 36 und Bébé. Ab 1900 wurden auch Nutzfahrzeugaufbauten hergestellt; die serienmäßige LKW-Produktion begann allerdings erst 1913.

Die Jahresproduktion stieg ständig: Von 1 Exemplar 1890 auf über 9.300 Fahrzeuge im Jahr 1913. Während der Kriegsjahre 1914 – 1918 wurden neben 63.000 Fahrrädern und 1.000 Motorrädern insgesamt 6.000 LKW, 3.000 PKW, 1.400 Motoren für Panzer und 10.000 Triebwerke für Flugzeuge gebaut. 1919 begann die zivile Produktion wieder mit genau 500 Fahrzeugen. Im Jahr 1929 – dem letzten, das wir in unserer Sonderschau beleuchten wollen – belief sich die Produktion auf 31.292 Einheiten.

Im Jahr 1906 begannen die Vettern von Armand Peugeot, die sich bis dahin auf den Bau von Motorrädern beschränkt hatten, unter dem Namen „Lion Peugeot" ebenfalls mit dem Bau von Automobilen. Man einigte sich auf eine für beide Seiten sinn-volle Zusammenarbeit.

Bei Lion Peugeot wurden vorrangig kleinere „volkstümliche" Autos gebaut, die leichter und billiger waren als die des Stammwerkes. Auf der anderen Seite übernahm Lion-Peugeot aber auch die Aufgaben der „Rennabteilung" und war hier überaus erfolgreich.

Aus dem Rennsport entsteht der Vierzylindermotor mit 2 obenliegenden Nockenwellen und 16-Ventil-Technik.

Ein sehr erfolgreicher Fahrer war George Bollet, der unter anderem 1912 den Grand Prix von Frankreich auf dem Peugeot Typ L 76 gewann.

1913 gewinnt Jules Goux auf dem Peugeot Typ die 500 Meilen von Indianapolis.

In Zusammenarbeit mit Ettore Bugatti wurde ab 1911 auch der berühmte Kleinwagen „Bebe" bei Lion-Peugeot gebaut, von dem 1912/13 rund 3.100 Stück entstanden. Erstmals wurde hier die viertelelliptischen Federn an der hinteren Rahmen-traverse befestigt und die Hinterachse an den nach vorn weisenden Federenden aufgehängt. Diese Bauweise wurde später in viele Peugeotmodelle bis in die 40 er Jahre hinein übernommen.

1916 wurden die beiden Firmen einvernehmlich zusammen-geführt. In 10 Jahren entstanden rund 7.800 Lion-Peugeot. Heute sollen europaweit nur noch maximal 15 Lion-Peugeot bekannt sein.

1921 kam die frische entwickelte „Quadrilette" – ein Klein-wagen mit Tandemanordnung der Sitze - als Typ 161 auf den Markt. Die im wesentlichen darauf aufbauenden Weiterent-wicklungen waren als Typ 163, 172 und 190 bis 1929 im Lieferprogramm enthalten.

Auf der anderen Seite des Marktspektrums wurde der anspruchsvolle Käufer mit Sechszylinder-Modellen, die im nur 31 mal gebauten Typ 184 von 1928/29, der mit einem 3.770 ccm Schiebermotor, der etwa 80 PS leistet, ausgestattet war, bedient.

Peugeot gab den Autos von Anfang an keine Namen, sondern Nummern. Das erste gebaute Dreirad hatte logischerweise die Nummer 1 und danach wurde bis zum Typ 190 im Jahr 1928 durchnummeriert. Hier endet eine Phase der Produktion einer nahezu unüberschaubaren Vielfalt von Peugeot-Modellen.

1929 kam die Wende mit der berühmten Null in der Mitte und die erste Modellbezeichnung lautete demzufolge 201 - aber das ist eine eigene Geschichte. Peugeot ließ die dreistelligen Modellbezeichnungen mit der Null in der Mitte schützen, es darf bis heute kein Hersteller ohne die Einwilligung von Peugeot solche Zahlenkombinationen für seine Fahrzeuge verwenden. Aber keine Regel ohne Ausnahmen. So gibt es beispielsweise den Bristol 403, den Trabant 601, den Tatra 603 oder den Ferrari 308, um nur einige Beispiele zu nennen.

Peugeot intervenierte allerdings bei Porsche, als der 901 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Die Null musste verschwinden und so haben alle Porschefans auf der ganzen Welt den 911er der Firma Peugeot zu verdanken.

Von 1989 bis 1900 wurden genau 1.845 Peugeot-Fahrzeuge gebaut, von 1900 - 1929 waren es dann rund 190.000. Im Jahr 2008 – also knapp 120 Jahre nach dem Typ 1 – lief der 50.000.000 Millionste Peugeot vom Band.