Peugeot Oldtimer Club - www.vorkriegs-peugeot.de Eine Initiative von Michael Kreuz zur Pflege & Erhalt von Peugeot Oldtimern der Vorkriegszeit. Eine umfangreiche Sammlung von Informationen, Veranstaltungen & more!

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RetroClassics 2013

Die Messe war wiederum unser Auftakt ins neue Oldtimerjahr. Obwohl sie mit dem Datum 7.- 10. März schon sehr früh stattfand, war das Wetter einigermaßen akzeptabel und unsere Ausstellungsstücke konnten ohne Salzkontaminationen angeliefert werden. Die Veranstalter der RetroClassics und der Technoclassica in Essen haben es übrigens fertig gebracht, sich über die Termine der nächste Jahre zu einigen und Terminüberschneidungen bis auf weiteres auszuschließen.

Unter dem Motto „75 Jahre Peugeot 202 – 1938 – 2013" stellten wir vier 202er aus.

* Eine Limousine aus dem Besitz von Herrn Volker Schiller, die dieser aus gesundheitlichen Gründen inzwischen verkauft hat.

* Das 1938er Cabriolet von Dieter Weishaupt in bekannt hervorragendem Zustand.

* Eine Camionette von Detlev Röpke, die zusätzlich ein sehr schönes 50-er Jahre Peugeotmotorrad auf der Ladefläche hatte.

* Dirk Kretschmann machte sich die Mühe, seine in Restau-ration befindliche 1938er Limousine auszustellen, was – da das Auto nur bedingt rollfähig war – einen erheblichen Aufwand mit
sich brachte.

Als zweites Motto hatte ich – da wir den 504 CC Club als Mitaussteller ins Boot genommen haben, um die Peugeot-Aktivitäten auf der Messe zu bündeln – „Coupes und Cabrios der Löwenmarke" gewählt. Hier konnten wir drei Fahrzeuge zeigen:

* Peugeot 504 Cabriolet aus dem Bereich des 504 CC Clubs

* Den ganz aktuellen Peugeot RCZ, der uns von der Fa. Bebion in Magstadt zur Verfügung gestellt wurde

* Meinen nach wie vor im Zustand einer abgebrochenen 70er-Jahre-Restaurierung befindlichen 402 Eclipse

Als achtes Fahrzeug kam dann noch meine 402 Limousine zum Einsatz.

Ganz herzlich möchte ich wiederum den beim Auf- und Abbau tätigen Registermitgliedern (u.a. Dirk Kretschmann mit Verstärkung und Dieter Rössler, der sich um den Transport einiger Fahrzeuge gekümmert hat) sowie meinem Standbesatzungsteam Ilse und Egon Gothmann, Inge und Heiner Neubauer sowie last not least meiner Frau für die geleistete Arbeit danken. Für die technische Beratung stand in bewährter Weise Erich Reck zur Verfügung, von den 504ern kümmerten sich Monika Grandl und Christian Hölper um sachgerechte Information der Interessenten.

Die Präsentation war wiederum ein großer Erfolg. Geschätzt etwa 100 unserer Mitglieder aus allen Ecken des Landes besuchten uns während der Messe und wir konnten einige „Neue" gewinnen – herzlich willkommen in unseren Reihen. Sehr gefreut hat mich auch, dass wiederum ein Mitglied des finnischen Peugeotclubs, Herr Hannu Berger, den wir anlässlich des Internationalen Treffens in Naantali im Jahr 2008 kennengelernt hatten, den Weg zu uns fand. Nicht unerwähnt lassen möchte ich darüber hinaus die vielen Mitglieder aus Österreich und der Schweiz, die die Gelegenheit wahrnahmen, uns - und sich untereinander - einmal persönlich kennen zu lernen.

Die Ausstellungsstücke bei uns waren begehrte Fotomotive und das Prospektmaterial zum RCZ fand so großen Anklang, dass es uns schon am zweiten Messetag ausging. Man konnte eindeutig beobachten, was später auch offiziell verkündet wurde: Mit rund 77.000 Besuchern wurde das Ergebnis des Vorjahres um rund 20 % übertroffen, was dazu geführt hat, das unser Stand noch besser besucht war als in den vergangenen Jahren.

Ein absolutes Highlight - außer unserem Auftritt natürlich ;-) – war die in Halle 4 untergebrachte, so noch nie irgendwo zu sehende Delahaye-Sonderschau. 25 Fahrzeuge des Herstellers, die teilweise mit Sonderkarosserien der Firmen Saoutschik, Figoni-Falaschi, Chapron und Graber versehen sind, wurden erstmals gemeinsam gezeigt und boten einen Überblick über die Blütezeit des berühmten Fahrzeugbauers.

Emile Delahaye hatte seine Firma bereits 1845 in Tours/Frankreich gegründet. Sie beschäftigte sich u.a. mit der Herstellung von Eisenbahnwaggons und stationären Motoren. Doch Delahaye interessierte sich für den Fahrzeugbau. Seine ersten erfolgreichen Produkte waren kettengetriebene ein- und zweizylindrige Fahrzeuge. Die Société des Automobiles Delahaye begann in Paris mit der Produktion von Personenwagen, Omnibussen und Feuerwehren. Im Jahr 1904 präsentierte man bei Delahaye einen 4,4 Liter Vierzylindermotor, bei der Pariser Automobilschau 1933 glänzte Delahaye erstmals mit zwei Superlux-Modellen mit Vier- und Sechszylinder-OHV-Motoren. Die Blütezeit von Delahaye begann. Auch in dieser Zeit sorgten Rennsiege für die nötige Werbewirksamkeit. Ein Weltrekord über 10.000 Kilometer mit 168 Stundenkilometer Spitze wurde aufgestellt. Die Firma Delahaye übernahm den finanziell angeschlagenen Konkurrenten Delage und baute ihren Ruf als leistungsfähiges Unternehmen weiter aus. Als Opfer der französischen Luxussteuer auf Automobile wurde sie selbst nach dem zweiten Weltkrieg zunächst von Hotchkiss übernommen und ging nach der Liquidierung dieses Herstellers Mitte der 1950er Jahre zumindest teilweise in der Fa. Peugeot auf.

Die Stuttgarter Sonder-Ausstellung widmete sich den Fahrzeugen, die in der Blütezeit der Marke gebaut wurden. Highlights war unter anderem ein Delahaye 135 MS Cabriolet Pourtout (dieser Karosseriebauer stellte zeitgleich die Peugeot 402 Eclipse her) aus dem Jahr 1936. Der Luxus-Wagen wurde nur 2000 Mal gebaut.