Peugeot Oldtimer Club - www.vorkriegs-peugeot.de Eine Initiative von Michael Kreuz zur Pflege & Erhalt von Peugeot Oldtimern der Vorkriegszeit. Eine umfangreiche Sammlung von Informationen, Veranstaltungen & more!

Anmelden im Clubbereich

Internationales Peugeottreffen in Lahnstein bei Koblenz vom 18. - 20.5.2012

Nach dem Treffen 2011 in Salsomaggiore Terme bei Parma, mit dem die italienischen Peugeotfreunde Maßstäbe setzten, die kaum zu übertreffen waren, war das Organisationsteam des Peugeot 504 CC-Club um Christian Hölper unter Führung von Melanie Hippler voll gefordert. Um es gleich zu sagen - das Treffen in Deutschland hielt den 2011 gesetzten Standard.

Am Feiertag 17.5. verlud ich den 402 und am späten Vormittag ging es über A 81, A 6 und A 61 bis kurz vor Koblenz, wo wir vom Hunsrück ins Rheintal abbogen und den schweren Hänger auf der anderen Seite wieder auf die Höhen des Westerwaldes schleppen mußten. Am Ziel - dem Best Western Hotel in Lahnstein auf der Höhe - angekommen, wurden wir sofort von den eingesetzten Helfern aus den Reihen des 504-CC-Clubs begrüßt und in den Bereich, der zum Abladen und Abstellen der Zugfahrzeuge und Hänger vorgesehen war, eingewiesen.

Mit netter Hilfe ging das Abladen schnell und der 402 konnte auf den Hotelparkplatz, der den Old- und Youngtimern vorbehalten war, gestellt werden. Jeder Teilnehmer hatte im Vorfeld eine Startnummer (wir die 109) bekommen, die mit dem ebenfalls nummerierten Parkplatz übereinstimmte. So wusste jeder gleich, wo er parken sollte. Wir standen in einer Reihe mit weiteren 402er aus Deutschland und Frankreich, was ein sehr schönes Bild ergab.

Der nächste Punkt war das Einchecken im Hotel und Beziehen des Zimmers, dann schnell zum Veranstaltungs-Check-In im ersten Stock, wo wir herzlich von den Mitgliedern des 504-CC-Club sowie von Madame Dubois, der Geschäftsführerin der L'Aventure Peugeot, begrüßt wurden und unsere Unterlagen sowie die Sweatshirts zum Treffen entgegen nehmen konnten.

Am Vormittag des 18. Mai liefen immer mehr Teams ein, lediglich die Italiener ließen auf sich warten, da sie auf der Autobahn im Stau standen. Alle Neuankömmlinge wurde auf dem Parkplatz begrüsst und es ergab sich ausreichend Gelegenheit, miteinander zu sprechen und sich bekannt zu machen bzw. alte Bekanntschaften aufzufrischen.

Um 11.30 gab es einen opulenten Imbiss, danach ging es zum Briefing, dass in Deutsch, Französisch und English abgehalten wurde. Die Teilnehmer wurden offiziell von Monsieur Thierry Peugeot begrüßt.

Ab 13 Uhr wurde in Gruppen Richtung Ehrenburg bei Brodenbach im Hunsrück gestartet - wir mit einer Gruppe von 6 unterschiedlichen 402ern waren auf der rund 30 km langen Strecke für die (wenigen) Zuschauer sicher einer der Höhepunkte.


Am Ziel angekommen, erwartete uns zunächst ein Spaziergang von etwa 20 Minuten vom Parkplatz zur Burg.

Die Ehrenburg wurde Mitte des 12 Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt und wechselte bis zum 30-Jährigen-Krieg, den sie von den Spaniern besetzt relativ unbeschadet überstand, mehrfach die Besitzer. 1688 besetzen französischen Truppen des Sonnenkönigs im Lauf des Pfälzischen Erbfolgekrieges die Burg und sprengen den größten Teil der Anlage. Die nächsten Jahrhunderte diente sie wie viele andere Burgruinen als Steinbruch und ging 1991 in Privatbesitz über. Seit 1993 wird die Burg durch den gemeinnützigen Freundeskreis der Ehrenburg e.V. genutzt, restauriert und wieder aufgebaut.

Am Burgtor begrüßten uns Gauckler und Spielleute: Wir fanden uns im Mittelalter wieder und hatten Gelegenheit, an einer zeitlich passenden Burgführung teilzunehmen, uns im Bogenschießen zu üben, einen mittelalterlichen Markt zu besuchen, Handwerkern bei der Arbeit auf die Finger zu schauen und/oder uns ausgiebig am Buffet und den kredenzten Getränken wie z.B. Honigwein zu laben.







Wie im Flug verging dabei die Zeit und gegen 16 Uhr mußten wir schon wieder an die Rückfahrt, die uns zunächst ins Moseltal bis Koblenz und dann Rhein aufwärts führte, denken. Leider begann es stark zu regnen und bis wir wieder beim Hotel waren, stand der Platz vor unseren Sitzen ziemlich hoch unter Wasser, das durch die Lüftungsschächte lustig über unsere Füße lief.

Bis es mittels Bustransfer zum Abendessen in eine Hausbrauerei ging, hatten wir jedoch ausreichend Zeit, den Wagen und uns wieder trocken zu legen. Bei Haxe oder wahlweise Salatteller und leckerem Bier verging der Abend in netter Gesellschaft schnell und klang dann für viele in der Bar des Hotels aus.

Am Samstag mußten wir relativ früh aus den Federn: Um 8.30 ging die erste Gruppe auf die Strecke zur Festung Ehrenbreitstein, der am rechten Rheinufer über Koblenz thronenden zweitgrößten noch erhaltenen Festung Europas. Der auf alten Grundmauern errichtete barocke Vorgängerbau der heutigen Festung wurde 1801 von napoleonischen Truppen geschleift. In ihrer jetzigen Form wurde sie von 1817 - 28 wieder aufgebaut und bis 1918 von der preußischen Armee genutzt. Heute beherbergt sie verschiedene Museen und ist seit 2002 Teil des Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal. 2011 wurden Teile des Festungsgeländes in die Bundesgartenschau einbezogen.

Unsere Gruppe startete am Hotel um 9.00 Uhr. Auf sehr schöner Strecke ging es zunächst nach Braubach, von dort hinunter ins Rheintal und dann Rhein abwärts bis wir in Koblenz die rund 120 Höhenmeter zur Festung wieder aufsteigen mußten.

Oben angekommen, wurden wir eingewiesen und durften mit jeweils ausreichendem Sicherheitsabstand durch die Tore, Tunnel etc. der gestaffelten Verteidigungsanlagen bis auf den im Herzen der Anlage gelegenen Paradeplatz fahren, wo die Autos abgestellt wurde. Von hier hat man einen wunderschönen Blick auf Koblenz, die Moselmündung und das Deutsche Eck.

Wir nutzten die Gelegenheit und die zur Verfügung gestellten Karten, um mit der eigens für die Bundesgartenschau gebauten Seilbahn (eine Kabine hat sogar einen gläsernen Boden) über den Rhein zum Deutschen Eck zu fahren. Hier hatten wir etwa eine Stunde für einen Rundgang Zeit, dann mußten wir wieder zurück, da für 12.00 das Gruppenfoto mit dem Deutschen Eck als Hintergrund gemacht werden sollte. Auf den Hof der Jugendherberge versammelten sich alle Teilnehmer, Helfer und Organisatoren rund um den 402 Eclipse der Peugeot Deutschland GmbH. Die Fotografen standen auf dem Dach des Gebäudes: Ergebnis war ein sehr eindrucksvolles Bild:

Von hier aus ging es zum Mittagessen, danach verließen wir die Festung wieder und fuhren das wunderschöne Tal der Lahn aufwärts in den Kurort Bad Ems. Seine Glanzzeit erlebte der Ort im 19. Jahrhundert als „Weltbad" und Sommerresidenz zahlreicher europäischer Monarchen und Künstler, unter anderem Kaiser Wilhelm I., den Zaren Nikolaus I und Alexander II von Russland, Richard Wagner, Fjodor Dostojewski etc. Die Veröffentlichung der Emser Depesche trug zum Ausbruch des deutsch - französischen Krieges 1870/71 bei, der zur Gründung des Deutschen Reiches führte.

Im auch heute noch sehr attraktiven Ort mit vielen Kliniken und Sanatorien, aber auch einer Spielbank, hatten wir Zeit zur freien Verfügung, die wir zur Besichtigung der Fußgängerzone nutzten bevor wir im Anschluß für unsere Kaffeepause im Kurhotel Häckers Grand Hotel der Einladung von Peugeot Scooter Folge leisteten.

Ab 15.30 starteten die Teilnehmer wieder, wobei es eine Bewertung der besten Kleidung zum Fahrzeug (Concours de Elegance) gab und am „Startbogen" Fotos der Autos gemacht wurden. Es ging ein Stück weiter Lahn aufwärts, bevor wir den Fluss in Nassau überquerten und auf landschaftlich wunderschönen, kleinsten Straßen durch die dichten Wälder des Westerwaldes wieder zurück zum Hotel fuhren. Leider hatten einige Teilnehmer mit Vorkriegswagen Strecke und Steigungen unterschätzt, so dass es insbesondere bei Wagen mit Fallbenzinversorgung auf den langen Anstiegen zu Problemen mit der Benzinversorgung kam. Letztendlich kamen aber alle wieder wohlbehalten am Ziel an.

Es war bis zum Bustransfer zur Abendveranstaltung ausreichend Zeit, um sich festlich herzurichten. Als um 19 Uhr die Busse vor dem Hotel standen, erkannte man viele der Teilnehmer kaum mehr, nachdem man sie sonst nur in Jeans und T-Shirt kennen gelernt hatte.

Die Busse brachten uns wieder nach Bad Ems, wo die Abendgala im direkt neben der Spielbank gelegenen Marmorsaal stattfand. In einem wunderschönen Barocksaal mit viel Marmor, Säulen, Balustraden und Kronleuchtern speisten wir, nachdem die üblichen Dankesreden und Ehrungen getätigt waren. Den größten Applaus bekam Melanie Hippler als Organisatorin des Treffens. Sie hat es verdient!

Leider wurde diese Mal noch nicht verraten, wer das Internationale Treffen 2013 ausrichtet. Wir hoffen, dass es eine Fortsetzung der Tradition gibt.

Gegen Mitternacht brachen wir dann wieder Richtung Hotel auf, wo dem Vernehmen nach einige noch in der Bar hängen blieben.

Der Sonntag war der ruhige Ausklang der Veranstaltung. Nach dem ausgiebigen Frühstück verabschiedeten sich die meisten und machten sich auf den Weg nach Hause. Meine Frau und ich blieben noch bis Montag und nutzten den freien Tag, uns einmal in Ruhe Koblenz anzuschauen. Nachmittags verlud ich den 402, so dass wir am Montag früh in aller Ruhe - diesmal nicht über die Autobahn - durch das Rheintal Richtung Stuttgart fahren konnten.

Hier noch die Teilnehmer am Treffen in Lahnstein aus unseren Reihen:

Peugeot Deutschland, Thomas Schalberger 402 Eclipse

Angelika + Dieter Weishaupt 202 Cabriolet

Heidrun und Uwe Czernay 202

Ralf Durkowitzer 201 D

Stefan Harig 203 A

Inge und Heiner Neubauer 301 CR

Ilse + Egon Gothmann 402 B

Claudine und Michael Kreuz 402

Bodo Gellenbeck 402 L Familiale

Michael Mailling 404

Firmin van de Bergh 402


hier gehts zu den Fotos auf der Seite der Amicale Peugeot Deutschland

und hier zu unseren eigenen....

Text und Fotos: Michael Kreuz