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Museum Fritz B. Busch in Wolfegg wird geschlossen - Bestand geht ins Traktormuseum Bodensee

Von unserem Mitglied "Oldtimermuseum Fritz B. Busch",  (hier finden Sie die Homepage des Museums), erreicht mich folgende Information:

„Liebe Oldtimerfreundinnen und –freunde!

Lange kam keine Nachricht mehr vom Automuseum Busch in Wolfegg – dafür kommt jetzt gleich eine richtig dicke Neuigkeit:

Das Automuseum Fritz B. Busch gibt es nur noch bis Oktober 2016

Jetzt haben Sie erst einmal durchgeatmet, die Stirn gerunzelt, den Satz verdaut und wollen natürlich wissen – warum? Nun ja, wir werden alle nicht jünger, und irgendwann muss man sich, bzw. musste ich mir über die Nachfolge Gedanken machen. 43 Jahre gibt es uns nun schon am Standort Wolfegg, 10 Jahre davon unter meiner Regie, und der Pachtvertrag stand zur Verlängerung für weitere Jahre an.

Um die Geschichte kurz zu machen – in diesem Moment trat Herr Dr. Schumacher vom Traktormuseum Bodensee auf den Plan. Ein Wort ergab das andere, und alles traf sich aufs Vortrefflichste – und deshalb wird das „Buschmuseum" im Winter dieses Jahres ins Traktormuseum Bodensee in Unteruhldingen umziehen und dort ab Frühjahr 2017 in neuem Glanz auferstehen.

So, nun lasse ich Sie an dieser Nachricht grübelnd allein und wünsche Ihnen noch einen guten Start in einen wunderschönen Frühling, viel Cabriowetter, wenig Stau und jede Menge Spaß am Fahren. Vielleicht bis bald noch in Wolfegg?

Mit herzlichen Grüßen,
Ihre Anke Busch"

Soweit zu dieser Nachricht; wie es der Zufall will, habe ich im Herbst 2015 einen Ausflug zum Traktor-Museum Bodensee in Unteruhldingen gemacht.

Das Museum befindet sich in einem kleinen Weiler mit Kirche und ein paar Häusern zwischen Überlingen und Friedrichshafen mit Blick auf den Bodensee. Es ist umgeben von Viehweiden, Feldern und Obstplantagen.

Die Museumsgebäude ähneln einem Dreiseithof und beherbergen auf einer Nutzfläche von 10.000 Quadratmetern neben dem Museum die Gastronomie mit Veranstaltungsräumen. Im Innenhof befinden sich die Gartenwirtschaft und einige Exponate sowie im Sommer regelmäßig Besuchergruppen, die mit ihren Oldtimern, anreisen.

Der Rundgang durch das Museum ist chronologisch aufgebaut und fängt bei den ersten Traktoren an, die überwiegend aus Amerika kommen und kurz nach der Jahrhundertwende gebaut wurden. Es gibt seltene Traktoren wie z. B. den Waterloo Boy, der Ursprung des John-Deere-Traktor-Imperiums zu sehen. Zu bestaunen gibt es aber auch einen Prärietraktor, den Hart Parr 30/60 mit 38,6 Liter Hubraum aus zwei Zylindern. Ein ganz seltenes Exponat ist der Bergmann Versuchstraktor aus dem Jahre 1906, der in Gaggenau gebaut wurde. Im selben Jahr wurde Bergmann in den Daimler Konzern integriert, heute werden auf dem Gelände noch Unimogs gefertigt.

Viele Traktoren sind in ihrer originalen Patina erhalten und wirken in dem mit altem Holz aufgebauten Ambiente sehr authentisch. Der weitere Weg führt vorbei an vielen Unikaten, wie z. B. dem MWM-Motorpferd, einem der ersten Traktoren mit Dieselmotor, einer Stockraupe und vielen weiteren interessanten Traktoren der frühen Jahre. Schön sind für den Sammler die Darstellung eines Hanomag RL20 in restaurierter Ausführung und daneben ein Exemplar in seiner originalen Patina.

Mittig in der Ausstellung befindet sich ein Rondell mit der Ausstellung über Glühkopfmotoren. Der Rundgang endet dann bei den Exponaten der 70er Jahre: Schlüter 2000 TVL, MF1200 mit Knicklenkung etc.

Besonders begeistert hat mich die Aufmachung. Hier steht nicht Traktor neben Traktor, sondern das ganze Museum ist wie ein kleines Dorf gestaltet - mit mehr als 10.000 Werkzeugen aller klassischen alten Handwerke wie Küfer, Schmied, Schuhmacher etc. Ausserdem gibt es eine alten Schule, einen Spielwarenladen und einem Haushaltswarenladen; sogar eine KFZ-Werkstatt ist vorhanden. Dafür wurden rund 50 LKW-Ladunge Altholz und sonstige historischen Baumaterialien benutzt - das schafft ein ganz besonderes Flair.

Ein Stockwerk höher gibt es die Themenausstellung Lanz. Die vielen Exponate lassen jedes Lanz-Spezialistenherz höher schlagen: Mops, mehrere HL 12, Knicklenker, 15/30 mit jeglicher Art von Bereifung, Großer Eiler oder 10,3 Liter Holzvergaser, Lanzraupe usw.

Ich bin gespannt, wie die Bestände des Museum Busch hier integriert werden und freue mich schon jetzt darauf, künftig das Traktormuseum Bodensee zu unseren Mitgleidern zählen zu dürfen.

Hier gibt es weitere Infos zum Traktormuseum Bodensee

Michael Kreuz