Peugeot Oldtimer Club - www.vorkriegs-peugeot.de Eine Initiative von Michael Kreuz zur Pflege & Erhalt von Peugeot Oldtimern der Vorkriegszeit. Eine umfangreiche Sammlung von Informationen, Veranstaltungen & more!

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Brauchen wir weitere Oldtimermessen?

Bis vor 2 Jahren gab es 4 wichtige Oldtimermessen in Deutschland – die "Classic Motorshow" in Bremen, die "RetroClassics" in Stuttgart, die "TechnoClassica" in Essen und die "Klassikwelt Bodensee" in Friedrichshafen, die alle in der ersten Jahreshälfte stattfinden. In eingeschränktem Maß konnte man noch die "Essen Motorshow" im November mit einem überschaubaren Oldtimerbereich dazu rechnen.    

Im Jahr 2015 kam die Motorworld Berlin dazu, 2016 die Retro Classics Bavaria und für 2017 sind neue Messen in Köln und Hamburg angesagt. Auch für andere Städte gibt es Pläne, die schon bald umgesetzt werden könnten. Es gäbe einen Trend zu regionalen Oldtimermessen, hört man - gleichzeitig klagen aber existierende Organisatoren und auch Aussteller über eine Übersättigung.

Wenn man nicht die offiziellen, überschwänglichen Veröffentlichungen betrachtet, sondern sich die Kommentare von Besuchern in verschiedenen Foren ansieht, ist die Resonanz schon zur RetroClassic Bavaria im Dezember 2016 sehr verhalten. Insbesondere wird dort die geringe Präsenz von Clubs bemängelt.

Ich gehe davon aus, dass die allermeisten Clubs wie wir den Messeauftritt aus purem Enthusiasmus mit ehrenamtlich agierenden Standbesatzungen, die Urlaub und Freizeit investieren, „stemmen“. Trotzdem sind die Kosten mit Standgeld, Auflagen beim Standbau wie vorgeschriebene Teppichbodenverlegung, Transport der Exponate usw., die sich schnell auf mehrere tausend Euro addieren, ein ganz wesentlicher Posten im Vereinsbudget, der sich im Normalfall nicht durch auf der Messe gewonnene neue Mitglieder gegenrechnet. Andererseits leben die Messen m.E. weitgehend von den Clubauftritten.

Vermutlich sind sich viele Messeveranstalter nicht im Klaren darüber, dass der Erfolg einer Oldtimermesse in hohem Maß von der Präsenz der Clubs abhängt – sie bringen nicht nur Vielfalt in das meist sehr einseitige Angebots-Zweierle aus „Sternen und Pferden“, auf das sich die kommerziellen Anbieter vielfach beschränken, sondern generieren aus ihren Mitgliedern auch einen großen Teil der zahlenden Messebesucher. Nur wegen des häufig ziemlich einseitigen und oft auch überteuerten Händlerangebots wird kaum jemand eine Messe besuchen und den meist hohen Eintrittspreis berappen. Als „Belohnung“ werden ihnen häufig Standgelder angehoben, Flächen reduziert, Stände in unattraktiven Bereiche zugewiesen oder sie werden gar aus angeblichem Platzmangel ausgeladen, wie dies vor ein paar Jahren in Bremen dem Peugeot 504 CC-Club passierte.    

Unter den o.g. Prämissen ist nicht zu erwarten, dass Clubs sich auf immer mehr Messen präsentieren werden; daher bin ich persönlich der Meinung, dass die Zersplitterung kontraproduktiv ist und 4 – 5 große Oldtimermessen, die sich im Idealfall weder räumlich noch terminlich Konkurrenz machen, durchaus ausreichend sind. Die Messeveranstalter würden gut daran tun, keine weiteren Messen ins Leben zu rufen – je eine im Norden, Westen, Süden und Osten Deutschlands sollte reichen.       

Michael Kreuz