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Glasschadenreparatur

Beinahe jeder Autofahrer kennt das Geräusch: Mehr als zwei Millionen Mal im Jahr macht es hierzulande klack, wenn ein Steinschlag die Windschutzscheibe eines Autos beschädigt. 
Bei Oldtimern, bei denen die Scheiben häufig nur noch sehr schwer zu bekommen sind, ist das besonders ärgerlich. 

Glasbruch ist laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft der
häufigste Kaskoschaden. Doch wie reagiert man richtig, wenn es passiert ist? Gleich vor Ort austauschen, reparieren oder einfach erst einmal weiterfahren? Kommt auf den Schaden an.

- Muss die Scheibe ausgetauscht werden?

Meist nicht, denn häufig entsteht beim ersten Einschlag ins Verbundglas zunächst ein
kleiner, sternförmiger Krater, der in der Regel repariert werden kann. Die Reparaturverfahren dafür sind heute auf sehr hohem Niveau und sicher.

Zusätzlicher Vorteil: Solche Ausbesserungen kosten normalerweise nicht mehr als 100 Euro; Kosten, die von den meisten Versicherungen unter Verzicht auf die Selbstbeteiligung übernommen werden. Die Reparatur von kleinen Schäden ist eine sichere Sache. Der komplette Austausch der Scheibe ist in den seltensten Fällen sofort nötig.

Faustformel für die Reparatur: nicht größer als ein Daumennagel und nicht zu tief. Noch
wichtiger ist die Frage, wo der Stein auftraf. Stört der Schaden die Sicht, heißt es
Komplettaustausch. Der Bereich, in dem repariert werden darf, ist festgelegt. Der Sichtbereich des Fahrers ist ein Tabu. Oben und unten setzt das Wischerfeld die Begrenzungen. Auch zu nahe am Rand darf nicht ausgebessert werden.

Zwar sind die mit einem Spezialharz geflickten Stellen kaum zu erkennen, können aber bei Nachtfahrten Streulicht erzeugen. Sind diese Stellen betroffen oder ist der Steinschlag schlicht zu groß, muss die Scheibe ausgetauscht werden.

- Wenn es gerade passiert ist - was ist jetzt zu tun?

Ausschlaggebend für den Reparaturerfolg ist, dass die Schadenstelle sauber und trocken
ist. Wichtig ist auch, dass zwischen dem Zeitpunkt des Steinschlags und der Reparatur
keine Feuchtigkeit und vor allem kein Schmutz in die feinen Sprünge und Ritzen eindringen können. Deshalb sofort reparieren lassen oder kleine Schäden sofort abkleben, damit keine Feuchtigkeit eintritt.

Tipp vom Experten: Sofort nach dem Steinschlag die Schadstelle abkleben. Dafür gibt es spezielle "Scheibenpflaster" bei Autoglasdiensten oder Versicherungen, die sich Autofahrer vorsorglich ins Handschuhfach legen können. Es genügt aber auch ein Streifen Tesafilm.

- Kann ich selbst reparieren?

Die Reparatur von Scheiben ist sicherheitsrelevant und deshalb nichts für Schrauber. Das gilt auch für die Verwendung spezieller Reparatur-Kits, die im Handel erhältlich sind. Eine einwandfreie Arbeit braucht eine Menge Spezialwerkzeug und eine besondere Ausbildung. Die Schadenstelle muss beispielsweise unter eine Art Glocke gelegt werden. Unter hohem
Druck gelangt dann das Reparaturharz in jede Ritze. Fachgerecht reparierte Scheiben
bestehen problemlos die nächste Hauptuntersuchung.

Quelle: Vincenzo Lucà von TÜV Süd