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Veteranen auf Hochglanz: So lassen Sie Ihrem Oldtimer die richtige Pflege zukommen

Am Samstag schnell nochmal durch die Waschanlage, aussaugen, fertig - für tausende Familienväter in Deutschland ist das ein festes Ritual und für manchen von ihnen mag das schon unter die Kategorie "Pflege" fallen.

Für Besitzer wertvoller Oldtimer wird die fachgerechte Pflege von Innen und Außen allerdings fast schon zur Wissenschaft, die Gutbetuchte gern an Spezialisten übertragen. Dank einer ganzen Reihe moderner Produkte, die auf die Besonderheiten alter Lacke und Oberflächen abgestimmt sind und diese schonend pflegen, kann aber auch der ambitionierte Laie seinem Klassiker die optimale Pflege zukommen lassen.

Während der Besitzer eines neumodischen Fahrzeugs einfach durch die Waschanlage rollt, ist die Außenreinigung eines Klassikers – der vielleicht auch noch eine Wertanlage sein soll – schon etwas komplexer. Zu bedenken ist nämlich, dass die Kunststoffborsten vieler Waschanlagen feinste Mikrokratzer in den Lack schlagen. Über die Jahre hinweg kann das dem Lack schaden und sichtbare Spuren hinterlassen. Selbst moderne Textilwaschanlagen sind mit Vorsicht zu genießen, denn hervorstehende Stoßstangen und filigrane Außenspiegel eignen sich hervorragend dazu, dass sich darin die Textilstreifen verheddern. Bei vielen Oldtimern sind zudem auch Tür- und Fensterschachtdichtungen nicht für den hohen Druck ausgelegt, mit denen ein Dampfstrahler das reinigende Nass aus sich herauspresst. Um auf Nummer sicher zu gehen bleibt am Ende also nur Handarbeit.

Aber wie rückt man dem eigenen Klassiker dann so zu Leibe, dass er schonend und gründlich gereinigt wird? Zunächst geht es Staub, Schmutzpartikel und Wachsrückstände vom Lack zu entfernen. Häufig wird der Lack nach erfolgter Wäsche mit einem natürlichen oder synthetischen Wachs behandelt - wegen der versiegelnden und wasserabweisenden Wirkung ist genau das aber bei Wäsche und Politur unerwünscht. Bei starker Verschmutzung und Staub wird der Lack zunächst mit viel Wasser abgespült. Denn mit dem Schwamm in den Lack eingeriebene Staub- und Sandkörner würden der Lackoberfläche nicht gut bekommen. Ein Naturschwamm, ein weicher Lappen und eine milde Waschessenz befreien das Blechkleid vom Schmutz.

Insbesondere wenn der Klassiker noch einen originalen Nitrolack oder eine Patina aufweist, die erhalten werden soll, ist höchste Vorsicht bei der Auswahl der richtigen Pflegeprodukte geboten. So finden sich im Fachhandel oder über das Internet eine große Auswahl an für Oldtimerlacke optimierten Produkten, die frei von Bestandteilen sind, die den Lack angreifen könnten. Ganz wichtig: Nach der Wäsche muss das Fahrzeug gründlich getrocknet werden. Verbleiben nämlich Wasserreste,  erschwert dies die spätere Versiegelung des Lacks.

Ist das Fahrzeug gewaschen, geht es an die Aufbereitung und Versiegelung des Lacks. Der Lack darf hierfür nicht aufgeheizt oder direkter Sonnenbestrahlung ausgesetzt sein. Zumeist greift man zu einer Politur. Der Fachmann weiß allerdings, dass Politur nicht gleich Politur ist. Bei verwitterten und blinden Lacken können Polituren mit erhöhtem Schleifmittelanteil oft wahre Wunder bewirken: Der Lack erstrahlt wieder in frischem Glanz. Diese Produkte werden oft unter Bezeichnungen wie "Lackreiniger" oder "Polierpaste" gehandelt. Schleifmittel in der Politur entfernen gezielt die erblindete und matte obere Lackschicht und legen den darunter liegenden Lack frei. Die Behandlung mit Lackreiniger sollte allerdings nur bei wirklichem Bedarf erfolgen – häufige Anwendung könnte dem Lack längerfristig schaden.

Anschließend empfiehlt sich für die regelmäßige Lackpflege eine Hochglanzpolitur. Im Fachhandel sind hierfür Produkte zu finden, die frei von Silikon und Lösungsmitteln sind. Mit einer Versiegelung aus Natur- oder Synthetikwachsen wird der so aufbereitete Lack abschließend gegen Regen, Schmutz und andere Umwelteinflüsse geschützt.

Wenigstens einmal im Jahr sollte man seinem Klassiker dieses Komplettprogramm gönnen.

Gute Ergebnisse erzielt man mit Spezialpolituren auch bei Chrom. Meist wird ein Trägerteil aus Stahl in einem galvanischen Verfahren verchromt. Chrom bildet also nur die Oberfläche, darunter liegt luftdicht umschlossen ein Stahlkern. Wird die Chromoberfläche aber durch Steinschlag und den Zahn der Zeit beschädigt, gelangt Feuchtigkeit an den Stahlkern. In der Folge wachsen Rostpickel von innen nach außen und zeigen sich schließlich als hässliche braune Flecken an der Oberfläche. Spezielle Metallreiniger und Chrompolituren greifen genau hier und und lassen – je nach Fortschritt der Oxidation – die Rostpickel verschwinden. Zudem wird die Metalloberfläche geschützt und weiteres Eindringen von Feuchtigkeit unterbunden.

Geht es an den Innenraum, steht dem Oldtimerliebhaber eine breite Palette an Produkten zur Reinigung und Pflege zur Verfügung – je nach Materialien und Oberflächen. Lackierte Cockpits zum Beispiel bekommen dieselbe Pflege wie der Außenlack. Für Kunststoffe und gummierte Oberflächen stehen diverse Spezialreiniger zur Verfügung.

Ein besonderes Augenmerk verdient das Gestühl des Fahrzeugs: Während Kunstleder mit entsprechender Kunststoffpflege gut zu reinigen ist, benötigt echtes Leder deutlich mehr Zuwendung. Spezielle Reiniger, Lederbalsam und Conditioner sorgen dafür, dass das Leder von Schmutz befreit wird und gleichzeitig weich und geschmeidig bleibt. Trockenes Leder neigt zu Rissen und Brüchen. Darum sind die hier erhältlichen Lederpflegeprodukte darauf abgestimmt, das Leder zu konservieren und die Farben zu erhalten.