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Glasschäden durch Steinschlag können meist repariert werden

Glasschäden sind der Spitzenreiter unter den Kaskofällen. 2,34 Millionen Fälle mit einem Schadensvolumen von rund 1,15 Milliarden Euro verzeichnete der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft im Jahr 2013. Darunter fällt auch der Steinschlag.

Oft kann der Schaden nach einem Steinschlag jedoch repariert werden, ohne das ein Austausch der Windschutzscheibe nötig ist. Gerade bei Oldtimern sind die häufig gebogenen Scheiben wenn überhaupt nur noch schwer zu bekommen, so daß hier eine Reparatur der Scheibe die erste Wahl ist.

Grundsätzlich gilt die Formel: Alles, was sich nicht im Sichtfeld des Fahrers befindet und kleiner als fünf Millimeter ist bzw. mindestens zehn Zentimeter vom Rand entfernt liegt, kann repariert werden. Als Sichtfeld gilt eine Fläche von der Größe eines DIN-A4-Blattes direkt vor dem Fahrer. Auch darf nur die Scheibenaußenseite, nicht aber die Zwischenfolie oder gar die Innenscheibe beschädigt sein. Wasser oder Schmutz sollten ebenfalls noch nicht in die Scheibe eingedrungen sein. Ein Tipp: die Schadstelle schnell mit einem Aufkleber oder einer Folie überkleben.



Kfz-Werkstätten oder Autoglas-Fachbetriebe können den Schaden reparieren. Bei sachgerechter Arbeit ist die Schadenstelle fast nicht mehr zu erkennen, und die Scheibe hat wieder nahezu ihre ursprüngliche Festigkeit. Die Reparaturkosten für einen einfachen Steinschlagschaden belaufen sich auf 50 bis 100 Euro, viele Anbieter geben noch eine Garantie auf ihre Arbeit. Häufig übernehmen die Teilkaskoversicherer diese Kosten außerhalb der vereinbarten Selbsbehalts-Regelungen

Muss die Scheibe getauscht werden, ist der Aufwand wesentlich größer. Bei Oldtimern sind die Scheiben häufig so selten, dass man sehr lange nach ihnen suchen muß und sie quasi mit Gold aufgewogen werden, wodurch die Kosten nahezu unkalkulierbar werden.  

Die Kosten bei aktuellen Fahrzeugen sind für den Austausch ebenfalls deutlich höher als für die Reparatur, weil die Scheiben meist eingeklebt sind. Sie bewegen sich – je nach Ausführung – zwischen 400 und 1 000 Euro. Hier zahlt die Teilkasko-Versicherung, der Eigentümer bleibt jedoch auf der Selbstbeteiligung (üblicherweise 150 oder 300 Euro) sitzen. Versicherte müssen übrigens weder durch die Reparatur eines Steinschlag-Schadens noch den Austausch der Scheibe eine Anhebung ihrer Versicherungsprämie befürchten.

Wichtig: Mitunter kommt es vor, dass Reparaturbetriebe zu einem – eigentlich unnötigen – Scheibentausch raten und die Kunden mit der Übernahme der Selbstbeteiligungskosten ködern. Der ADAC rät davon dringend ab, denn das wäre Versicherungsbetrug und somit eine Straftat.

Quelle: ADAC