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Doppelkuppeln + Zwischengas – wann, wie, wo?

Zunächst ist zu sagen, daß falsches "zwischengasen" und "doppelkuppeln" für das Getriebe bzw. dessen Innenteile wie z.B. Syncronringe nicht unbedingt von Vorteil ist!

Zur Wirkungsweise des Zwischengasgebens und Doppelkuppelns ist folgendes zu sagen:

Um einen niedrigeren Gang einzulegen verwendet man Zwischengas. Im Getriebe passiert dabei folgendes:

Durch das kurze genau dosierte Gasgeben bei geschlossener Kupplung und Schalthebel in Neutralstellung wird über die Getriebeeingangswelle das Getriebe auf die Drehzahl beschleunigt, die nötig ist um das Zahnrad des niedrigeren Ganges an die Drehzahl der Kardanwelle – Getriebeausgang - anzugleichen.

Nur dann lässt sich bei einem unsynchronisierten K-Getriebe (Konventionell-Getriebe) ein niedrigerer Gang während der Fahrt einlegen. Dieser Vorgang ist bei einem S-Getriebe (Synchronisiertes Getriebe) nicht erforderlich.

Um einen höheren Gang einzulegen betätigt man das Kupplungspedal zweimal.

Beim Doppelkuppeln wird genau der gegenteilige Effekt des Zwischengasstosses gewünscht; um einen höheren Gang einlegen zu können, muss die Drehzahl des Getriebes abgesenkt werden.

Dazu wird nach dem Auskuppeln und dem Schalthebel in die Neutralstellung bringen wieder kurz eingekuppelt und mit der dann auf Standgasniveau gefallenen Motordrehzahl die Drehzahl des Getriebes soweit abgebremst, dass genau wie beim "Runterschalten" die Drehzahlen von Kardanwelle und Getriebe übereinstimmen.

Dann lässt sich auch ein höherer Gang geräuschlos einlegen.

Bei einem K-Getriebe m u s s man diese beiden Vorgänge beherrschen, sonst ist es mit der Lebensdauer des Getriebes nicht weit her.

Bei einem S-Getriebe übernehmen die sogenannten Synchronringe beide Vorgänge - sie synchronisieren die Drehzahl des Getriebes sowohl nach oben wie auch nach unten.

Diese Ringe mit konischem Querschnitt sind zwischen den einzelnen Zahnrädern angebracht, werden beim Wechseln der Gangstufen an die Zahnräder gedrückt und bewirken dadurch eine Drehzahlsynchronisierung.

Bei normaler Fahrweise wird ein Drehzahlunterschied von von zB. 2000 U/min zu Synchronisieren sein. Bei möglicherweise gutgemeintem, aber falsch ausgeführtem Zwischengas kann es zu stark erhöhtem Verschleiss an diesen Synchronringen kommen.

Als Fazit ist zu sagen, bei einem voll funktionierenden modernen Getriebe schadet es u.U. mehr als es nützt.

Bei einem alten Getriebe, wie es in den meisten Vorkriegsautos sein Arbeit tut, ist es unumgänglich, die Technik zu beherrschen.