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Augen auf - wie der Einstieg in den Oldtimer nicht zum Fiasko wird

Der Frühling ist da, jetzt keimt bei vielen wieder der Wunsch, einen Oldtimer zu kaufen. Was aber ist dabei zu beachten?

Wenn die Tage länger werden und die Temperaturen steigen, beginnen sich viele Autoenthusiasten zu überlegen, ob sie sich nicht einen Oldtimer zulegen sollten. Ob sie sich vom klassischen Design, den herrlichen Lautäusserungen oder eigenen (Rücksitz-) Erinnerungen für einen alten Wagen begeistern lassen, die Gründe und Triebfedern sind zahlreich. Damit das Abenteuer Oldtimer nicht zum Fiasko wird, sollten einige einfache Grundregeln beachtet werden.

Bedürfnisse und Rahmenbedingungen unter einem Hut

Am Anfang steht eine Analyse der Bedürfnisse und der Rahmenbedingungen. Wofür soll der Oldtimer genutzt werden und wie häufig? Soll er gar als Alltagsautomobil eingesetzt werden? Wieviele Leute sollen Platz haben? Wie gross muss die Gepäckkapazität sein? Soll der Oldtimer vor allem bei Clubtreffen gezeigt werden oder sind Teilnahmen bei Motorsportveranstaltungen oder Gleichmässigkeits-Rallyes vorgesehen?

Diese und ähnliche Fragen zielen darauf, die eigenen Bedürfnisse und Ansprüche zu verstehen. Diesen gegenübergestellt sollten die vorhandenen Rahmenbedingungen. Wieviel Geld will man investieren? Wie hoch ist das Budget jährlich? Ist für eine trockene Unterkunft gesorgt? Ist der zukünftige Besitzer handwerklich begabt oder sollen alle Wartungs- und Unterhaltsarbeiten extern durchgeführt werden?

Sich umfangreich informieren

Hat man seine Bedürfnisse und die gegebenen Möglichkeiten verstanden, dann empfiehlt sich als nächstes eine umfangreiche Informationsrunde. Von Fachmagazinen, von denen es unzählige mit den verschiedensten Ausrichtungen gibt, über Bücher und Internet-Portalen bis zu Club-Vertretern und spezialisierten Händlern gibt es die unterschiedlichsten Gesprächspartner, die einem ihre Ansichten und Erfahrungen vermitteln können.

Es lohnt sich, mehrere Perspektiven zu vergleichen und Erfahrenes zu verifizieren und zu hinterfragen, bis man sich entscheidet und kauft.

Oldtimerkauf ist Vertrauenskauf

"Drum prüfe, wer sich binde", lautet ein häufig gehörtes Sprichwort, das auch beim Oldtimerkauf anwendbar ist. Noch viel mehr als der Kauf eines neuwertigen Occasionswagens ist die Anschaffung eines über dreissig Jahre alten Gefährts Vertrauenssache. Selbst Experten können Mängel an einem alten und vielleicht schon einmal restaurierten Fahrzeugs nicht auf Anhieb entdecken. Oftmals täuscht der oberflächlich glänzende Lack über Schwächen unter der Bemalung hinweg.

Daher ist manchmal wichtiger, vom wem man ein Fahrzeug kauft, als was man genau ersteht. Kennt der Verkäufer die Vorgeschichte, hat er den Wagen lange besessen? Welche Belege liegen vor? Welche Besitzer hatte der Oldtimer vorher? Wieviel von der Geschichte des Autos ist bekannt? Wer mechanisch unbedarf ist, der sollte einen Fachmann zur Inspektion des Kaufobjektes mitnehmen, selbst wenn dafür Kosten anfallen.

Es hat sich gezeigt, dass es mittelfristig oft günstiger ist, am Anfang etwas mehr auszugeben und das beste Exemplar des Wunscholdtimers zu kaufen.

Nicht zu knapp planen

Mit dem Kauf ist es nicht getan. Oldtimer brauchen auch bei seltenem Gebrauch ständig Zuneigung in Form von Wartung und Unterhalt. Im Schnitt geben Oldtimerbesitzer meist deutlich über € 1.500 pro Jahr aus, um ihren Schatz am Leben zu erhalten - sollten einmal grössere Reparaturen oder gar eine Teil- oder Vollrestaurierung anstehen, dann sind schnell auch fünfstellige Rechnungen eher die Regel als die Ausnahme.

Wichtige Kostentreiber sind die Stundensätze der Vertrauensgarage und die Ersatzteilpreise. Hier sind die Spreizungen enorm. Bei etwas Geschick und Zeitaufwand kann man aber auch hier oftmals günstigere Wege finden, als es einem der erstbeste Spezialist vielleicht vorschlägt. Als Grundregel sollte man sicher jederzeit über Reserven in der Höhe von 10-25% des Kaufpreises für nicht geplante Reparaturen auf der Seite haben.

Umfangreich akklimatisieren

Hat man sich entschieden und gekauft, die Versicherungsfragestellungen gelöst und steht das Traumauto erstmals vor der heimischen Garage, dann ist ein sorgfältiges Angewöhnen an den neuen Untersatz zu empfehlen. Zwischen der Automobiltechnik schon der Sechzigerjahre und der Neuzeit liegen Welten, noch viel mehr, wenn man sich für ein Vorkriegsauto entscheidet!

Die meisten der Fahrzeuge, die vor 30 und mehr Jahren verkauft wurden und damit ein Anrecht haben, Oldtimer genannt zu werden, verfügen weder über ABS (Antiblockiersystem), ESP (Stabilitätsprogramm) noch ASR (Antischlupfregelung) – bei Vorkriegswagen ist die Seilzugbremse, tlw. ur auf eine Achse wirkend, die Regel.

Der Fahrer selber ist also für sichere Handhabung zuständig und muß seine Fahrweise dem Auto anpassen, nicht umgekehrt. Es ist sinnvoll, die Bedienung des Fahrzeugs zuerst im sicheren Umfeld zu erlernen und vielleicht sogar ein Oldtimer-Fahrtraining, das immer häufiger angeboten wird, zu absolvieren.

Generell sollte immer genügend Zeit eingeplant werden und auch regelmässige Kontrollen von Öl- und Wasservorräten sollte man nicht vergessen.

Quelle: www.zwischengas.com